RAOnline EDU: Schädlinge und Nützlinge in der Schweiz: Der asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis)
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Der asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis)

Marienkäferbefall im Haus: Was tun?

Der asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis) bezieht sein Winterquartier. Wie jede Marienkäferart sucht auch diese ursprünglich aus Zentral- und Ostasien stammende Gattung geschützte Orte auf, um den Winter zu verbringen.

Allerdings bildet der asiatische Marienkäfer im Unterschied zu einheimischen Arten grosse Schwärme mit mehreren Hundert Käfern.

Durch die Wärme angezogen sind im Herbst nicht selten ganze "Teppiche" der Käfer auf Hauswänden zu beobachten.

Was tun, wenn das Haus befallen ist?

Der asiatische Marienkäfer wurde in den 1980er- und 1990er-Jahren in Europa zur Schädlingsbekämpfung eingeführt und gegen Blattläuse an Kulturen in Gewächshäusern und im Freien eingesetzt. Aufgrund der klimatischen Bedingungen in Europa konnte er sich etablieren und hat sich in mehreren Ländern, auch in der Schweiz, stark ausgebreitet. Das erste freilebende Exemplar wurde 2004 in Basel gefunden. Seither hat sich die Art massiv ausgebreitet. Im Jahr 2006 waren elf Kantone betroffen und es wurden erste herbstliche Schwarmbildungen gesichtet. Bereits ein Jahr später kam sie praktisch in der ganzen Schweiz vor. Man hat Ansammlungen mit mehreren Hundert Exemplaren in der ganzen Schweiz gefunden.

Zunehmend sind auch Häuser von den Schwarmbildungen im Herbst betroffen. Diese lösen zurecht wenig Freude aus, auch wenn sie keinerlei Gefährdung der Gesundheit darstellen (es gab lediglich einige Allergiefälle in den USA). Marienkäfer vermehren und ernähren sich während der Überwinterung nicht. Insofern stellen sie für Gebäude keine Gefahr dar.

Aus ökologischer Sicht ist der asiatische Marienkäfer seit seinem Erscheinen in der Schweiz die am häufigsten in der Natur vorkommende Marienkäferart.

Studien haben ergeben, dass sie einheimische Populationen verdrängt. Zudem bildet sie am Ende des Sommers auch auf reifen Früchten Ansammlungen, vor allem auf Weintrauben. Dabei tragen die Früchte zwar kaum Schaden davon, aber der Wein leidet, wie in Nordamerika festgestellt worden ist. Denn die Käfer werden bei der Weinernte unweigerlich mit eingesammelt und gelangen so in die Weiterverarbeitung, was sich erheblich auf das Weinaroma auswirkt.

Zurzeit gibt es keine biologische Bekämpfungsart. Verschiedene Forschungsgruppen arbeiten an der Entwicklung von Fallensystemen (anziehende Substanzen) oder abstossenden Mitteln. Ein von Marc Kenis (CABI Europe-Switzerland) geleitetes und unter Mitarbeit von Agroscope Reckenholz-Tänikon ART durchgeführtes Projekt beschäftigt sich mit der Auswirkung des asiatischen Marienkäfers auf die einheimischen Marienkäferarten. Alexandre Aebi (ART) untersucht im Übrigen zusammen mit französischen Forschenden die weltweiten Verbreitungswege des asiatischen Marienkäfers. Agrosco-pe und CABI wollen mit diesen Studien die umweltrelevanten Risiken im Zusammenhang mit der Einführung exotischer Arten zur biologischen Schädlingsbekämpfung besser abschätzen.

Was tun, wenn Gebäude befallen sind?

In erster Linie gilt es zu verhindern, dass die Marienkäfer in die Gebäude eindringen können.

- Schliessen Sie beispielsweise die Fenster von befallenen Wänden und ...

- ... dichten Sie nötigenfalls Durchlassmöglichkeiten ab (Tür- und Fensterspalten, Ventilatoren usw.).

- Bei Befall im Hausinnern werden die Käfer am besten mit einem Staubsauger aufgesaugt und der Staubsack einen Tag lang in die Tiefkühltruhe (-20°C) gelegt. Die toten Käfer werden danach im Hausabfall entsorgt.

- Keinesfalls sollen Insektizide im Hausinnern eingesetzt werden.

Quelle: Text Agroscope Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART, 2008

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