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Vögel profitieren von See- und Uferschutzzonen 2013
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Schweiz: Vögel profitieren von See- und Uferschutzzonen

Selten gewordene Wasser- und Riedvögel fühlen sich in den für sie an Zürcher Gewässern eingerichteten Ruhezonen wohl. Die Zonen fördern den Bruterfolg trotz zunehmendem Erholungsdruck, wie eine Studie der kantonalen Fachstelle Naturschutz am Greifensee belegt. Die Schutzzonen machen einmalige Naturbeobachtungen möglich. Die Einschränkungen für den Menschen sind heute breit akzeptiert.

Zum Schutz gefährdeter Arten hat der Kanton Zürich an verschiedenen Gewässern See- und Uferschutzzonen eingerichtet. Diese ganzjährig oder saisonal gesperrten Seeflächen sind der Natur vorbehalten, setzen der zunehmenden Freizeitnutzung also Grenzen. Doch bringen die geschützten Lebensräume auch etwas? Die kantonale Fachstelle Naturschutz wollte es genau wissen und hat deren Wirkung erstmals in einer Langzeitstudie am Greifensee systematisch untersuchen lassen. Die Resultate lassen sich auch auf andere Schutzgebiete übertragen.

Seltene Vogelarten sind zurückgekehrt

Die anfänglich stark umstrittenen See- und Uferschutzzonen am Greifensee wurden mit der neuen Schutzverordnung 1994 festgelegt Die Studie untersuchte die Bestände von Brutvögeln am Greifensee von 1994 bis 2012. Sie zeigt, dass die Beruhigung von Teilen der Seeflächen, die Einschränkungen für den Wassersport, Erholungssuchende und Fischer mit sich bringt, wichtig und lohnend ist - denn sie fördert den Fortbestand vieler seltener und bedrohter Vogelarten. Die für die Brutvögel wichtigen Schilfgürtel haben sich am Greifensee innerhalb der Schutzzonen seit 1994 wieder ausgedehnt. Inzwischen brütet dort die seltene Zwergdommel wieder, unsere kleinste Reiherart. Auch der Rohrschwirl, ein heimlicher Schilfbewohner, kehrt seit einigen Jahren wieder zum Brüten ins Greifensee-Röhricht zurück.

Mehr Bruterfolge dank Schutzmassnahmen

Wichtig sind die vom Menschen unbehelligten Zonen besonders in der Brutzeit im Frühling und Sommer. So befanden sich die bevorzugten und am dichtesten besiedelten Brutgebiete des Haubentauchers, eines am Brutplatz sehr störungsanfälligen Schilfbrüters, in den geschützten Uferabschnitten. Wegen den geringeren Störungen auf dem Wasser konnten die Haubentaucher hier auch mehr Junge aufziehen und im Herbst ungestört ihr Federkleid wechseln. Und dank den Schutzzonen konnte die kantonale Fachstelle Naturschutz Flosse für die gefährdeten Flussseeschwalben im See verankern. Auf diesen künstlichen Inseln innerhalb der geschützten Bereiche können die eleganten Segler, deren Bestände stark gefährdet sind, nun in Ruhe und unbehelligt von Badenden und Wassersportlern brüten.

Nebeneinander von Natur und Mensch ermöglicht Erholung und Naturerlebnis

Anlässlich einer Exkursion mit den Medien bekräftigte Ursina Wiedmer, Leiterin der kantonalen Fachstelle Naturschutz, den eingeschlagenen Weg fortsetzen zu wollen. Die Studie zeige, dass die See- und Uferschutzzonen ein sinnvolles Nebeneinander von Mensch und Natur in den sowohl für die Erholung als auch den Naturschutz wichtigen Seenlandschaften ermöglichen. «Die Schutzzonen bewähren sich offensichtlich, und die meisten Menschen sind gerne bereit, gewisse Einschränkungen zu Gunsten der Natur in Kauf zu nehmen», so Wiedmer. Viele schätzten die unverfälschte Natur inmitten des dicht besiedelten Kantons Zürich - nicht zuletzt auch wegen den schönen Naturerlebnissen, die dank der Schutzmassnahmen möglich sind, und wegen der gezielten Aufwertungen, die rund um den Greifensee auch für Erholungssuchende vorgenommen wurden, zum Beispiel im Riediker- und Rällikerriet und mit der Naturstation Silberweide.

Martin Weggler, Verfasser der Studie, wertet es als grossen Erfolg, dass sich die Anzahl Brutvögel gehalten oder sogar erhöht hat, obwohl die Erholungsnutzung in den letzten zwanzig Jahren stark zugenommen habe. Damit diese Seeflächen auch weiterhin ungestört bleiben, brauche es neben der Rücksichtnahme aller Erholungssuchenden auch regelmässige Kontrollen an Land und auf dem See. Diese Aufgabe wird von den Greifensee-Rangern, der Seepolizei und der Fischereiaufsicht wahrgenommen.

Quelle: Text Kanton Zürich , Baudirektion, August 2013

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