Zoologie und Botanik
Fische
vorangehende Seite
end
Zoologie Fische
Warum die Grundel die Gewässer der Welt erobern kann 2020
Zoologie Weitere Informationen
Weitere Informationen
Küsten & Meere Eingangsseite
Naturwissenschaften - Technik Erdkunde Klima
Fische in der Schweiz
Warum die Grundel die Gewässer der Welt erobern kann
Die Grundel verbreitet sich rasant

Einer der weltweit am häufigsten eingeschleppten Süsswasserfische, die Schwarzmund-Grundel (Neogobius melanostomus), weist ein besonders schlagkräftiges Immunsystem auf. Dieses könnte ein Grund für ihre hohe Anpassungsfähigkeit sein. Zu diesem Ergebnis kommen Genomforschungen eines internationalen Biologenteams, die an der Universität Basel koordiniert und in der Zeitschrift «BMC Biology» publiziert wurden.

Gedrungener, gepunkteter Körper, Glubschaugen und ein grosses Maul: Die Schwarzmund-Grundelgehört nicht zu den bildschönsten, aber zu den erfolgreichsten invasiven Fischarten überhaupt. Innert weniger Jahre hat sie sich weltweit rasant verbreitet. In verschiedenen Süss- und Salzgewässern wurde dieser Fisch, eingeschleppt meist über Ballastwasser von Schiffen, inzwischen zur zahlenmässig dominanten Art. Seine ausgeprägten Anpassungsfähigkeiten an neue Umgebungen hängen offenbar mit seinem Immunsystem zusammen, schreiben die Forschenden aufgrund einer Genomanalyse.

Bis 30-mal mehr Entzündungsgene

Dazu wurden von einer aus Basel stammenden Schwarzmund-Grundel besonders lange Genomstücke ausgelesen und zusammengesetzt, die wegen ihrer Länge ein besonders vollständiges Genom ergaben. Analysiert wurden darauf Genfamilien, von denen angenommen wurde, dass sie sich auf die Fähigkeit der Fische beziehen, mit neuen Umgebungen umzugehen. Dabei konnten die Forschenden Erweiterungen in spezifischen Enzymen namens Cytochrom-P450 beschreiben.

Ausserdem fanden die Zoologen, dass bei dem Fisch alle Gene, die bei entzündlichen Abwehrreaktionen zum Einsatz kommen, mehrfach vorhanden sind - und das teilweise um bis zu 30-mal mehr als bei vergleichbaren Arten. Dies könnte der Schwarzmund-Gundel helfen, mit krankheitserregenden Stoffen umzugehen, und damit ihre erfolgreiche Besiedlung der weltweiten Gewässer begünstigen. Was die Spezialisten allerdings noch rätseln lässt: Obwohl die Schwarzmund-Gundeln auch in stark verschmutztem Wasser vorkommen, etwa in Häfen, unterscheiden sie sich in der Entgiftung nicht von anderen Arten.

Kälteres Wasser als in der Heimat

Weiter stiessen die Forschenden bei Schwarzmund-Grundeln auf die genetischen Grundlagen, dass diese Fischart sogenannte Osmolyte - Substanzen, die den osmotischen Zustand beeinflussen (siehe auch: Osmose)- sowohl produzieren als auch anreichern kann. Die Osmolyte helfen den Fischen einerseits dabei, mit Schwankungen im Salzgehalt umzugehen, anderseits aber auch, mit Trockenheit oder Kälte fertig zu werden. Das könnte auch erklären, warum die Schwarzmund-Grundeln auch in der nördlichen Nordsee vorkommen, also in Wassertemperaturen weit unter jenen ihrer angestammten Heimat.

Erstautorin der internationalen Studie mit gegen 20 Forschenden aus Europa und Nordamerika ist Dr. Irene Adrian-Kalchhauser vom Programm Mensch-Gesellschaft-Umwelt MGU der Universität Basel. Neben der Schweiz beteiligt waren auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Schweden, Deutschland, Tschechien, Norwegen, Österreich und Kanada.

Originalarbeit

Irene Adrian-Kalchhauser, Anders Blomberg, Tomas Larsson, Zuzana Musilova, Claire R. Peart, Martin Pippel, Monica Hongroe Solbakken, Jaanus Suurväli, Jean-Claude Walser, Joanna Yvonne Wilson, Magnus Alm Rosenblad, Demian Burguera, Silvia Gutnik, Nico Michiels, Mats Töpel, Kirill Pankov, Siegfried Schloissnig &; Sylke Winkler
The round goby genome provides insights into mechanisms that may facilitate biological invasions
BMC Biology (2020), doi: 10.1186/s12915-019-0731-8

Quelle: Text Universität Basel , 11. Februar 2020
Erbfaktoren - Gene - Genome - DNA

Zu den Hauptbestandteilen eines Zellkerns gehören die «Nukleoproteide». «Nukleoproteide» sind Substanzen, die aus «Nukleinsäuren» und einem Protein (Eiweiss) bestehen. Die «Nukleinsäuren» steuern die Bildung der Enzyme in den Zellen. Sie sind damit die Träger der «Erbfaktoren = Gene = Genom». Eine wichtige «Nukleinsäuren» ist die «Desoxyribonukleinsäure (DNS)». Die DNS wird auch DNA (engl. A = Acid = Säure) genannt. Die DNS ist in den Chromosomen lokalisiert. Bei der Zellkernteilung werden die Chromosomen längs geteilt. Jeder der geteilten Zellkerne enthält jeweils die Hälfte jedes einzelnen Chromosoms.

Die DNA enthält den gesamten Bauplan eines Organismus. Aufgrund dieser Anleitung weiss jede Zelle, wie sie sich entwickeln und welche Aufgabe sie erfüllen muss.

Die Chromosomen (griech: Farbkörper) befinden sich in den Zellen von Lebewesen. Der wichtigste Bestandteil der Chromosomen ist bei den meisten Lebewesen die «Desoxyribonucleinsäure (DNS). Die Chromosomen sind die Träger der Erbanlagen. Die Reihenfolge der Gene in den Chromosomen ist ein wichtiger Indikator für die Identität eines Lebewesens.

nach oben


Fische
Schweiz Einheimische Fische im Engadin und Puschlav
Schweiz Roi du Doubs - Der König der Fische stirbt
Lachse im Rhein
Schweiz Tiefer Einblick in die Fischfauna des Vierwaldstättersees
Links
Externe Links
Universität Basel
vorangehende Seite