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Bienenbestäubung auch für Ackerkulturen wichtig das Altern der Älteren 2017
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Bienenbestäubung auch für Ackerkulturen wichtig

Agroscope-Forscher untersuchten die Bedeutung der Bestäubungsleistung von Honig- und Wildbienen für die Schweiz. Dabei zeigte sich, dass, zusätzlich zu den Obst- und Beerenflächen auf 14% der Ackerfläche bestäubungsabhängige Kulturen angebaut werden. Nicht überall stehen dafür genügend Honigbienen zur Bestäubung zur Verfügung, obwohl die Abdeckung im landesweiten Durchschnitt relativ gut ist. Angesichts dieser bedeutenden Zahlen für die Landwirtschaft ist Bienen- und Wildbienenschutz gefragt.

Während die Bestäubungsleistung von Insekten in der Obstproduktion schon länger ein Thema ist, erhielt die Bestäubungsabhängigkeit von Ackerkulturen bis anhin weniger Aufmerksamkeit. Dabei können Ertrag und Qualität auch von Raps, Sonnenblumen und Ackerbohnen durch optimale Bestäubung erhöht werden. Insgesamt werden bienenbestäubungsabhängige Kulturen in der Schweiz auf rund 50'000 Hektaren angebaut.Davon sind 38'000 ha Ackerkulturen, 10'000 ha Obst und 3'200 ha Beeren. Obwohl sie flächenmässig weniger bedeutend sind, erzielen Obst und Beeren eine hohe Wertschöpfung, und sind gleichzeitig stark von der Insektenbestäubung abhängig.

Der Wert der Bienenbestäubung in Franken

Erstmals für die Schweiz berechnete der Agroscope-Forscher Louis Sutter den direkten Nutzwert der Bestäubungsleistung von Honig- und Wildbienen. Er schätzt ihn auf rund 350 Millionen Franken jährlich. Dazu verwendete er den Leitfaden der Food and Agriculture Organization (FAO) der Vereinten Nationen, welcher die weltweit anerkannten Abhängigkeitsraten einer Kultur von der Bienenbestäubung berücksichtigt. Damit konnte Sutter den Ertragswert der in der Schweiz produzierten Mengen mit der Abhängigkeit der jeweiligen Kultur von der Bestäubung in Beziehung setzen und so den Wert der Bestäubungsleistung der Honig- und Wildbienen eruieren.

Bienen fehlen stellenweise

Sind genug Honigbienen da, wo sie gebraucht werden? Auch dieser Frage ging Sutter nach. Er untersuchte, wo diese bestäubungsabhängigen Kulturen in der Schweiz angebaut werden und verglich ihre Verteilung mit der Verteilung der Bienenvölker. Im landesweiten Durchschnitt sieht es relativ gut aus. Hingegen konnte die Studie Defizite im westlichen Mittelland und im Wallis feststellen. Gerade für diese Gebiete wäre es wichtig abzuschätzen, in welchem Umfang alternativ eingesetzte Bestäuber oder Wildbestäuber mögliche Bestäubungslücken schliessen können.

Wildbienen sind auch wichtig

Während die Wichtigkeit der Honigbiene für die Bestäubung unbestritten ist, wurde der Beitrag der Wildbestäuber, insbesondere von Wildbienen, lange unterschätzt. Gemäss weltweiten Schätzungen tragen Honig- und Wildbienen gleich viel zu dieser Wertschöpfung bei. Systematische Untersuchungen für die Schweiz gibt es dazu aber nicht. Für gewisse Kulturen wie Ackerbohnen oder viele Obstkulturen sind die Wildbienen effizientere Bestäuber. Im Gegensatz zur Honigbiene sind sie auch bei tieferen Temperaturen oder sogar bei leichtem Regen aktiv. Die Honigbiene hingegen hat den Vorteil, schon früh im Jahr in grossen Anzahl präsent zu sein. Honigbienen und Wildbienen sind deswegen komplementär und bringen zusammen eine effiziente und gesicherte Bestäubung.

Bestäuber mit Blühstreifen fördern

Gemäss Sutter können Bestäuber durch landwirtschaftliche Massnahmen gefördert werden. "Es braucht Nist- und Überwinterungshabitate sowie ein vielfältiges, kontinuierliches Nahrungsangebot, was man zum Beispiel durch Buntbrachen, Hecken oder Blühstreifen erreichen kann". Jüngste Studien haben gezeigt, dass direktzahlungsberechtigte mehrjährige Blühstreifen auch einen positiven Effekt auf den Ertrag angrenzender Kulturen haben. "Ein gutes Win-win-Beispiel für die Landwirtschaft und die Biodiversität", meint Sutter.

Quelle: Text Agroscope , September 2017
Bienen
Die Bienen bilden eine Insektengruppe, zu welcher mehrere Familien der Hautflügler (Hymenoptera)gehören.
Pollen
Pollenkörner (oder Blütenstaub) sind die männlichen Fortpflanzungszellen der Blütenpflanzen. Die wesentlich grössere weibliche Fortpflanzungszelle ist die Eizelle. Bei der sogenannten Bestäubung werden Pollenkörner u.a. auch durch Bienen und Hummeln von der Narbe einer Blütenpflanze und auf die Narbe einer (meist anderen) Blütenpflanze übertragen.

Zusatzinformationen:

Tätigkeiten der Honigbienen und Bestäubung

Im Frühling und Sommer bestehen die Honigbienen-Kolonien aus den sogenannten «Sommerbienen». In der ersten bis dritten Woche übernehmen junge Bienen ausschliesslich Aufgaben innerhalb des Bienenstockes. Sie putzen das Nest und kümmern sich um die Brut. Später verlassen sie die sichere Behausung, um Nektar und Pollen, beides Futter für die Larven zu sammeln. Ein bis zwei Wochen nach Beginn der Sammeltätigkeit sterben die Bienen.

Im Spätsommer reduzieren die sinkenden Temperaturen die Sammeltätigkeit und die Brutaufzucht nimmt kontinuierlich ab. Aus der zuletzt aufgezogenen Brut entwickeln sich die sogenannten lang-lebenden «Winterbienen». Ihre Aufgabe ist es, das Nest auf einer konstanten Temperatur zu halten, welche es einer Kolonie ermöglicht, den Winter zu überleben.

Im nächsten Frühling übernehmen die Winterbienen auch die Brutpflege der nächsten Generation, bevor Sie die Sammeltätigkeit einleiten und kurz darauf sterben. Die Lebenserwartung der Arbeiterinnen ist dementsprechend sehr plastisch und variiert gemäss der Phase des Lebenszyklus einer Bienenkolonie.

Zusätzlich zur Produktion von Honig, Wachs, Propolis und Gelée Royale tragen Honigbienen wesentlich zur Bestäubung einer breiten Palette landwirtschaftlicher Kulturen bei, eine Leistung deren wirtschaftlicher Wert weltweit über 150 Milliarden Euro beträgt.

Des Weiteren bestäuben Honigbienen zusammen mit anderen Insekten auch viele Wildblumen und sind deshalb für ein gut funktionierendes terrestrisches Ökosystem von zentraler Bedeutung, wobei der ökonomische Wert immens hoch ist.

Quellen: Text Universität Bern und Agroscope , Dezember 2016

Nur wenige Bienenarten sind Honigbienen

In der Schweiz leben etwa 600 Bienenarten. Nur eine Bienenart sammelt davon Honig. Weltweit zählt man über 20'00 Bienenarten. Die Honigbiene gilt in der Schweiz als domestiziertes, landwirtschaftliches Nutztier. Bienenzüchter begleiten das Gedeihen ihrer Honigbienen in ihren Bienenstöcken. Die nicht domestizierten Bienen sind Wildbienen, welche sich untereinander stark unterscheiden.

Viele Bienenarten sind stark behaart. An den Haaren bleiben die Pollenkörner gut hängen und lassen sich gut zurück ins Nest zu ihren Larven transportieren. Die weiblichen Wildbienen sammeln grossen Mengen an Pollen und Nektar. Die gesammelte Pollen "kleben" beispielsweise an den Hinterbeinen oder der Bauchbürste. Rund 25% der Wildbienen sammeln keine eigenen Pollen (Kuckucksbienen). Sie legen ihre Eier in die Nester anderer Bienenarten.

Der überwiegende Teil der Wildbienen legt ihre Nistplätze im Erdreich an. Einige Arten nisten im Totholz oder im Morschholz.

Glockenblumen sind ideale Pollenspender für zahlreiche Wildbienen. Einige Wildbienenarten haben sich auf diese Blumenart spezialisiert. Glockenblumen sind ideale Pollenspender für zahlreiche Wildbienen. Einige Wildbienenarten haben sich auf diese Blumenart spezialisiert. Gute Pollenlieferanten sind auch Huflattich, Habichtskraut, Schafgarbe, Reinfarn usw.

Aus dem Ei der Bienen entwickelt sich eine Larve und danach eine Puppe. Aus der Puppe entsteht die Biene.

Die Honigbienenvölker sind durch das Ausbreiten der Varroamilben in ihrem Fortbestand bedroht.

Text: RAOnline

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