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Hochwasserschutz Aargau
Aarg. Reussebene Reusskorrektion - Entwässerung 19. und 20. Jahrhundert
Aargauische Reussebene Reusstalgesetz ermöglicht Kraftwerksneubau 1967
Aargauische Reussebene Reusskanal Entwässerung der Reussebene
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Hochwasserschutz in der Vergangenheit
Korrektion der Reuss in der Aarguischen Reussebene
Mittelland

1830 kam es zum berühmten "Freiämtersturm". 8'000 Freiämter zogen in die Kantonshauptstadt Aarau, um dort unmissverständlich ihren Unmut über die Versorgunsgsprobleme und die Verschlepppung von Hochwasserschutzmassnahmen kundzutun.

Aufgrund des Drucks aus dem Freiamt hat der Aargauer Grosse Rat 1840 Sanierungsarbeiten in der Reussebene nördlich von Bremgarten veranlasst. Auf dem Gebiet der Gemeinden Rottenschwil, Ober- und Unterlunkhofen wurden verschiedene Begradigungen durchgeführt. Der Durchstich der Reussschlaufe beim Rottenschwiler Moos fand in dieser Zeit statt.

Mit einzelnen Dämmen wurde im oberen Aargauischen Reusstal schon vor 1840 versucht, den mäandrierenden Reusslauf zu korrigieren.

Um 1860 wurden zwischen Bremgarten und Mühlau in der Reussebene systematisch ein Kanalnetz für die Entwässerung aufgebaut.

Der Erddamm im Gebiet Giriz zwischen Rottenschwil und Werd wurde recht weit entfernt vom eigentlichen Reusslauf aufgeschüttet, damit die Reuss noch genügend Überschwemmungsflächen zur Verfügung standen.

In den Siebzigerjahren des 19. Jahrhunderts wurde der Hauptlauf der Reuss forlaufend begradigt und beidseitig mit Hochwasserdämmen versehen. Der Zufluss der Kleinen Reuss wurde so vom Hauptlauf abgeschnitten.

Das Gebiet Giriz, die Überschwemmungsflächen zwischen der Kleinen Reuss und dem nun begradigten Hauptlauf der Reuss, verlandete allmählich. Ein Teil des Gebiets Giriz wurde mit Entwässerungskanälen trocken gelegt und die Auenwälder gerodet. In den feuchten Flächen entstanden Riedwiesen.

Die definitive Abtrennung der "Alten Reuss" wurde erst 1916 vollendet. Auf die Korrektion der südlichsten der drei Flussschlaufen bei Eggenwil wurde aus Kosten- und Nutzengründen verzichtet.

Informationsquelle: Kanton Aargau, Departement Bau, Verkehr, Umwelt - "Bremgarter Neujahrsblätter", Stiftung Reusstal
Bearbeitung: RAOnline
Mittelland
Mittelland
Die Stiftung Reusstal schuf im Giriz ein bedeutendes Naturschutzgebiet

Die Kleine Reuss wurde wieder zu einem Oberflächengewässer

Vor der Kanalisierung der Reuss war die Kleine Reuss ein Seitenarm der mäandrierenden Reuss. Nach der Reusstalsanierung und den Bau des Hochwasserschutzdamms im Raum Giriz wurd die Kleine Reuss mit weniger Flusswasser versorgt. Der Flussarm verlandete langsam.

Mittelland

Durch den Rückstau des Flusskraftwerks Zufikon-Bremgarten stieg der Wasserspiegel der Reuss zwischen Ottenbach und Rottenschwil. Die Kleine Reuss wurde zum Entwässerungskanal. Zu diesem Zweck musste das Wasserteilweise in Röhren durch das Kulturland fliessen.

Im Zuge der Sanierungsarbeiten entlang des Reussufers wurde der Hochwasserschutzdamm im Raum Giriz direkt entlang der Reuss gebaut. Der alte Hochwasserschutzdamm aus Erdmaterial verlor im Giriz seine Bedeutung, wurde eingeebnet und fortan bis zum Aufkauf des Geländes durch die Stiftung Reusstal als Kulturland landwirtschaftlich genutzt.

Die Stiftung Reusstal erwarb das Land im ehemaliges Schachengebiet. Die Stiftung Reusstal verlasste zu Beginn des 21. Jahrhunderts Rückbaumassnahmen, um den ehemaligen Zustand der Landschaft wieder herzustellen. Die Kleine Reuss wurde wieder aus den Röhren geholt und in einen ausgebaggerten Flusslauf verlegt. Mit dem Aushubmaterial wurde der alte Erddamm wieder rekonstruiert. Dieser Erddamm wurde ca. 1840 gebaut, um das Kulturland vor dem Hochwasser der Reuss zu schützen. Im Sommerhalbjahr von Jahren mit vielen Regenfällen versteckt sich die Kleine Reuss im üppig wachsenden Gras und Schilf in den Riedwiesen oder schlängelt sich kaum sichtbar durch das Unterholz des Auenwaldes.

Beidseits der Kleinen Reuss wurden im Schwankungsbereich des Grundwassers Weiher angelegt. Einige davon wurden mit Lehm abgedichtet, um die Austrocknung zu verhindern. Die nicht nicht abgedichteten Tümpel, die natürlichen Wasserrinnen und mit ihnen die Riedwiesen trocknen in Zeiten mit tiefem Fluss- bzw. Grundwasserspiegel aus.

Quelle: Kanton Aargau, Departement BVU, Sektion Natur und Landschaft
Text: RAOnline

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Reusstalgesetz von 1967 ermöglicht Kraftwerksneubau 1975

1967 nahm das Aargauer Stimmvolk das Reusstalgesetz an, in welchem der Umfang erneuer neuen Reusstalsanierung umschrieben wurde.

Das Flusskraftwerk Bremgarten-Zufikon und mit ihm der Flachsee entstanden 1975 im Rahmen des Meliorationsprojekts "Reusstalsanierung".

Die Ausarbeitung des Reusstalgesetzes und die Vorbereitungs- und Bauphase des Kraftwerks wurden von intensiven Diskussion über den Landschafts- und Naturschutz begleitet.

Das Meliorationsprojekt "Reusstalsanierung" verfolgte mehrere Ziele:

Energieerzeugung und Grundwassersicherung
Hochwasserschutz und Meliorationen: Entwässerung der Ebenen und Hochwasserschutzdämme (Hochwasser-Management Aargauische Reussebene)
Agrarstrukturverbesserungen: Güterzusammenlegungen, neues Güterwegnetz und Hofneubauten- und sanierungen, Baulandumlegungen usw.
Grössere Natur- und Landschaftsschutzzonen: Rund 290 ha landwirtschaftlich genutzte Flächen wurden in das neue Naturschutzgebiet integriert.
Freizeit- und Erholungsgebiet: Ausbau der Wanderwege und Bau von Rast- und Parkplätzen.

Mit der Flussbegradigung und dem Bau des Kraftwerks griff der Mensch massiv in die natürliche Flussdynamik ein.

Kraftwerk Bremgarten-Zufikon
St. Gallen (CH) - Vorarlberg (A) Internationale Rheinregulierung
Detaillierte Informationen über den Wandel der Flusslandschaft in der aargauischen Reussebene vermittelt die Stiftung Reusstal in Rottenschwil AG
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St. Gallen (Schweiz) - Vorarlberg (Österreich) Int. Rheinregulierung
St. Gallen-Glarus-Schwyz Linth-Korrektion Projekt "Linth 2000"
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