Arktis
vorangehende Seite
end
Arktis Eis- und Klimaforschung
Arktis Grönlands aktueller Eismassenverlust 2012
GRACE Schwerkraft ist Klima Satellitenprogramm
Arktis Weitere Informationen
Weitere Informationen
Arktis - Antarktis
Videos über die Arktis Klimawandel
Naturwissenschaften & Technik Erdkunde Klima
Grönlands aktueller Eismassenverlust
Verlust durch Schmelzen und Eisbergkalben

Verlust durch Schmelzen und Eisbergkalben während der letzten 10 Jahre aussergewöhnlich hoch im Vergleich zu den letzten 50 Jahren.

Das Grönländische Eisschild verliert weiter an Masse und trägt damit pro Jahr etwa 0,7 Millimeter zur aktuell beobachteten Meeresspiegeländerung von rund 3 mm pro Jahr bei. Dieser Trend steigert sich in jedem Jahr um weitere 0,07 Millimeter pro Jahr. Zugleich ergibt sich ein differenziertes räumliches Bild der Eismassenveränderung: Der Massenverlust ist im Südwesten und Nordwesten Grönlands am grössten.

Dieses Ergebnis veröffentlich eine internationale Forschergruppe unter Führung des Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ in der neuesten Ausgabe von Earth and Planetary Science Letters vom 01. 06. 2012.

Ermöglicht wird das Ergebnis durch einen neuen Vergleich dreier unterschiedlicher Arten von Satellitenbeobachtungen: die Messung der Änderung der Erdanziehungskraft durch die Eismassenänderung mit dem Satellitenpaar GRACE; die Vermessung der Höhenänderung mit dem Laseraltimeter auf dem NASA-Satelliten ICESat und die Bestimmung der Differenz zwischen Akkumulation aus regionalen Atmosphärenmodellen und dem Gletscherausstoss, wie er mit Radardaten gemessen wird.

Die Forscher konnten auch erstmals für jede Region mit bisher nicht erreichter Genauigkeit bestimmen, welchen Anteil Schmelzen, Eisbergkalben und Schwankungen im Niederschlag am gegenwärtigen Massenverlust haben. "So ist eine Zunahme des Massenverlusts im Nordwesten nach 2005 zum Teil auf starke Niederschläge in der Zeit davor zurückzuführen", erläutert Ingo Sasgen."Dieser vorherige Massenzuwachs wurde in den folgenden Jahren abgebaut.

Ähnlich verhält es sich im Osten Grönlands: dort wurde in den Jahren 2008 und 2009 sogar ein Massenzuwachs beobachtet."

Wie die Forscher zeigen konnten, wurde dieser nicht durch langsamer fliessende Gletscher bedingt, sondern durch zwei Winter mit besonders starkem Schneefall. Inzwischen setzt sich auch hier der Verlust von Eismasse fort. Für alle untersuchten Regionen sind die Schmelz- und Kalbungsraten zwischen 2002 und 2011 aussergewöhnlich hoch im Vergleich zu denen der letzten fünf Jahrzehnte.

Die Arbeiten entstanden im Rahmen des Verbundes Regionale Klimaänderung REKLIM der Helmholtz-Gemeinschaft und des EU-Projekts ice2sea.Durch die Studie sind die Forscher dem Verständnis der gegenwärtigen Entwicklungen des Grönländischen Eisschilds ein Stück näher gekommen. Ingo Sasgen: "Wir wissen jetzt sehr genau, welchen Beitrag Gletscherkalben und Schmelzen an der gegenwärtigen Massenbilanz haben, und wo regionale Trends lediglich auf Niederschlagsvariationen zurückzuführen sind. Und wir wissen auch, wo unsere Messungen noch verbessert werden müssen." Eine solche Region ist der Nordwesten Grönlands, wo der Vergleich der Daten auch auf einen abrupten Anstieg in der Kalbungsrate hinweist, der von den Radardaten nur ungenügend erfasst wurde. Wodurch dieser Anstieg verursacht sein könnte, ob er kontinuierlichen oder episodischen Charakter hat, wollen die REKLIM/ice2sea -Wissenschaftler in Zukunft klären. Eine notwendige Voraussetzung dafür ist eine genügend lange Messreihe, die durch Fortführung der präzisen Schwerefeldmessungen im Rahmen der neuen Satellitenmission GRACE-FO erstellt werden soll.

Originalpublikation

Ingo Sasgen et al., "Timing and Origin of Recent Regional Ice-Mass Loss in Greenland", Earth and Planetary Science Letters (EPSL), doi: 10.1016/j.epsl.2012.03.033, Volumes 333–334, Pages 293–303
www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0012821X12001628Di

Quelle: Text Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ, Potsdam, Mai 2012

nach oben

Weitere Informationen
Arktis und Antarktis Arktis-Antarktis Aktuelle Meereisbedeckung
Arktis-Antarktis Meereisbedeckung - Grafiken Meereis: Neuer Negativ-Rekord in der Arktis
Schmilzt das Eis an den Polen der Erde? Eis- und Klimaforschung in der Antarktis
Polargebiet: Gefahren durch auftauenden Permafrost
Antarktis und Arktis
RAOnline Informationsseiten über den Klimawandel
Arktischer Ozean und Grönland
Gletscher in Grönland
Greenland's Icesheet
Arctic Monitoring and Assessment Programme AMAP
Videos über die Arktis - Klimawandel
KlimaCampus - Universität Hamburg
Meereiskonzentration in der Arktis und in der Antarktis 2010-2012 2 min
Videos

nach oben

Links
Externe Links
Arktis
NSIDC Arctic Ice Extend
NSIDC Arctic Ice Extend
Uni Bremen Arctic Ice Extend
AWI Meereisportal - tagesaktuelle Meereiskarten
Antarktis
NSIDC Antarctic Ice Extend
NSIDC Antarctic Ice Extend
Uni Bremen Antarctic Ice Extend
Meereisportal Deutschland
Polare Gebiete
NOAA Sea Ice ConcentrationNorthern Hemisphere
NOAA Sea Ice Concentration Southern Hemisphere
UIUC Arctic Sea - Antarctica Sea Ice Concentration
Meereis - Diverses
National Snow and Ice Data Center NSIDC
NOAA Visualization of Arctic sea ice extent
ARCUS Sea Ice Outlook
Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
top
vorangehende Seite