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Natürliche Kohlendioxid-Senken unter Druck und weitere neue Erkenntnisse aus der Klimaforschung

Die natürlichen Kohlendioxid-Senken der Erde nehmen deutlich weniger Emissionen auf als bislang erwartet, da der Klimawandel ihre Speicherkapazität geschwächt hat. Die globalen Klimaziele könnten laut dem Report "10 New Insights in Climate Science" erhebliche Rückschläge erfahren, da Wälder, Böden und Ozeane als Kohlenstoffspeicher an Leistungsfähigkeit verlieren. Mehr als 70 führende Forschende aus 21 Ländern, darunter auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) haben den Bericht verfasst.

Die "10 neuen Erkenntnisse aus der Klimaforschung" - eine gemeinsame Initiative von Future Earth, The Earth League, und dem Weltklimaforschungsprogramm WCRP -zeigen, dass geschwächte CO2-Senken an Land, insbesondere in der nördlichen Hemisphäre, die aktuellen Emissionsprognosen zu gefährden drohen und gleichzeitig die globale Erwärmung weiter beschleunigen könnten.

"Wir haben uns lange darauf verlassen, dass Wälder und Böden still und leise unser CO2-Problem beseitigen. Aber deren Kapazität lässt nach", sagt Sabine Fuss, Co-Leiterin einer Forschungsabteilung am PIK und Mitglied der Redaktion des Berichts. "Das bedeutet, dass wir möglicherweise die aktuelle Emissionslücke sowie das Tempo der zukünftigen Erwärmung unterschätzen."

Auch der Ozean, ein weiterer wichtiger CO2-Speicher, nimmt weniger CO2 auf. Den Autorinnen und Autoren zufolge übersteigen die Erwartungen an die natürliche CO2-Aufnahme die Kapazitäten aktueller Projekte und natürlicher Senken. Zwar kann die CO2-Entnahme (CDR) helfen, natürliche Senken zu schützen und zu stärken, doch warnt der Bericht, dass ein grossflächiger Einsatz auf Kosten von Ernährungssicherheit und Artenvielfalt gehen könnte.

Die Autorinnen und Autoren betonen, dass neben tiefgreifenden Emissionsreduktionen auch technologiebasierte CO2-Entnahmen erforderlich sein werden, um den Klimawandel zu bekämpfen. Freiwillige CO2-Zertifikatehandel bietet zwar das Potenzial, entsprechende Projekte in grossem Massstab auszubauen, stehen jedoch weiterhin vor grossen Herausforderungen hinsichtlich ihrer Glaubwürdigkeit. Klare Richtlinien und strengere Standards sind erforderlich, um ihre Integrität zu gewährleisten.

"Diese Erkenntnisse liefern unmissverständliche Belege dafür, dass wir uns in einer Klima-Notlage befinden. Die COP30 muss die COP der Umsetzung sein. Wir können uns keine neuen Versprechen mehr leisten, die nicht eingehalten werden", sagt PIK-Direktor Johan Rockström, Co-Vorsitzender der Earth League und Redaktionsmitglied des Berichts. "Die Politik muss sich auf eine entschiedene Reduktion der Emissionen, den Schutz und die Wiederherstellung der Natur sowie die Stärkung der lebenserhaltenen Systeme fokussieren."

Liste der 10 neuen Erkenntnisse aus der Klimafolgenforschung:

1. Die Daten aus dem Rekordjahr 2023/24 deuten auf eine mögliche Beschleunigung der globalen Erwärmung hin.

2. Die beschleunigte Erwärmung der Ozeane schädigt Ökosysteme und erhöht das Risiko extremer Wetterereignisse.

3. Die globalen CO2-Speicher an Land stehen unter Druck.

4. Der Verlust der biologischen Vielfalt und der Klimawandel verstärken sich gegenseitig in einem destabilisierenden Kreislauf.

5. Sinkende Grundwasserspiegel erhöhen die Risiken für Landwirtschaft und Städte.

6. Steigende Temperaturen begünstigen die Ausbreitung und Intensität klimabedingter Dengue-Ausbrüche.

7. Zunehmender Hitzestress verringert die Arbeitsproduktivität.

8. Der Ausbau der CO2-Entnahme ist unerlässlich, wobei der Schwerpunkt jedoch auf Sektoren liegen muss, in denen Emissionsminderungen besonders schwierig sind.

9.
ransparenz und Standards müssen gestärkt werden, um die Integrität des freiwilligen CO2-Zertifikatehandels zu gewährleisten.

10. Sorgfältig konzipierte Politikmixe sind wirksamer als Einzelmassnahmen, um tiefgreifende Emissionsminderungen zu erreichen.

Quelle: Text PIK, 4. November 2021
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Zahlreiche Bereiche werden vom weltweiten Temperaturanstieg betroffen sein, dazu gehören u.a. :

die Biodiversität,
die Ernährungssicherheit,
die Fischerei,
die Gletscher
der Küstenschutz,
die Land- und Meerökosysteme
die Meereisentwicklung,
der Meeresspiegelanstieg,
die Ozeanversauerung,
die Permafrostböden,
die Trinkwasserversorgung,
das wirtschaftliche Wachstum und viele andere Bereiche mehr.

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