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Erklärung von LCH – SER undCOHEP zur Ausbildung von Lehrpersonen
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2011: Erster Schweizer Bildungstag bringt Politik und Bildung ins Gespräch
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September 2011

Die grossen Berufsorganisationen der Bildung in der Deutschschweiz und der Romandie, LCH und SER, veranstalten in Bern gemeinsam eine "Landsgemeinde der Bildung".

Der erste Schweizer Bildungstag bringt heute Freitag, 2. September, im Berner Hotel Bellevue Palace die wichtigsten Akteurinnen und Akteure der Bildungspolitik ins Gespräch. Der Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer LCH und das Syndicat des enseignants romands SER veranstalten gemeinsam diese "Landsgemeinde der Bildung" in der Schweiz. Sieben Wochen vor den Eidgenössischen Wahlen sollen die Parteien und Politiker Farbe bekennen: Was sind ihnen Schule und Bildung wert? Sind sie bereit, den nötigen Preis zu bezahlen für attraktivere Arbeitsbedingungen im Lehrberuf, um so genügend und die besten Köpfe für die Schweizer Schulen zu gewinnen? Wie halten sie es mit Chancengleichheit und Integration als demokratischen Leitideen der Schule?

Unter den 170 Teilnehmenden der Podiumsdiskussionen und Gruppengespräche finden sich die bildungspolitisch profiliertesten Köpfe der im Bundesparlament vertretenen Parteien. So sorgen etwa Nationalrätin Kathy Riklin (CVP), Nationalrat Ulrich Schlüer (SVP), Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber (GPS), Nationalrat Christian Wasserfallen (FDP) oder die Zürcher Bildungsdirektorin Regine Aeppli (SP) für pointierten Meinungsaustausch. Ebenfalls dabei sind die Spitzen der Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK) und natürlich die Leitungsteams der Lehrerinnen- und Lehrerverbände SER und LCH. Die Tagesmoderation liegt beim versierten Politikkenner und ehemaligen Lehrer Iwan Rickenbacher.

Gegen den Missbrauch der Schule

"Die Schule braucht Öffentlichkeit und sie braucht die Unterstützung der Politik", hält in seiner Eröffnungsansprache LCH-Zentralpräsident Beat W. Zemp fest. Mit dem ersten Schweizer Bildungstag wolle man einen Beitrag leisten, um das gegenseitige Verständnis zwischen der organisierten Lehrerschaft und der Bildungspolitik zu verbessern - sei es in der Verwaltung, in den Parlamenten, bei den Parteien, in der Wirtschaft oder in der Lehrerbildung. Das gestiegene Interesse der Parteien und der Medien an der Schule und am Bildungswesen sei erfreulich, habe aber auch eine Schattenseite: "Der Preis für die politische Einflussnahme auf die öffentliche Schule ist nicht nur ideologisches Gezänk zwischen Lobbygruppen und Expertenstreit. Die Schule wird zunehmend auch als parteipolitisches Vehikel missbraucht, um neue Wählerstimmen zu gewinnen."

Als "Lakmustest" für die Einstellung der Politiker und Parteien zur Bildung haben der LCH und der SER gemeinsam sieben Thesen entwickelt, welche die zentralen Positionen der Berufsverbände auf den Punkt bringen. Deren erste lautet: "Ende der 'mission impossible'." Anstelle des unkoordinierten Aufladens von ständig neuen Aufgaben und Lernzielen müsse ein verbindlicher Auftrag treten. "Wir Lehrpersonen brauchen einen griffigen und klaren Kernlehrplan, der in der ganzen Schweiz seine Gültigkeit hat. Und wir müssen dann auch geschützt sein vor ständiger direkter Einmischung in unseren Bildungsauftrag durch die Politik und andere Anspruchsgruppen", erklärt am Bildungstag LCH-Zentralsekretärin Franziska Peterhans: "Was in den Schulen gelehrt und gelernt werden soll, gehört in einen demokratischen Lehrplan-Aushandlungsprozess, wie er jetzt gerade in der Deutschschweiz mit dem Lehrplan 21 passiert."

"Eine gemeinsame Identität"

Die beiden grossen Berufsorganisationen der Bildung in der Schweiz, LCH und SER, die insgesamt mehr als 60'000 Lehrpersonen vereinigen, haben in den letzten Jahren ihre Kontakte stetig ausgebaut. Die Organisation des ersten Schweizer Bildungstages und das Erarbeiten gemeinsamer Thesen zu Schule und Lehrberuf markieren eine neue Stufe der Zusammenarbeit. Bedeutet dies, dass - im Zeichen von HarmoS - auch die traditionell stark unterschiedlichen Schulkulturen der Deutschschweiz und der Romandie sich annähern? Dazu der Präsident des SER, Georges Pasquier: "Diese zum Teil grossen Unterschiede bestehen weiter. Ein wichtiger Punkt von HarmoS ist die Anerkennung, dass es in der Schweiz Sprachregionen gibt und die Koordination der Lehrpläne und Lehrmittel auf dieser Ebene erfolgen soll. Wir müssen nicht das Gleiche denken, aber wir haben als Lehrerinnen und Lehrer eine gemeinsame Identität zu verteidigen."

Quelle: Text Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer LCH , September 2011

Erklärung von LCH – SER und COHEP zur Ausbildung von Lehrpersonen

17. August 2011

Im Hinblick auf Diskussionen, welche bezüglich der Lehrpersonen-Ausbildung auf ganz verschiedenen Ebenen in der Schweiz geführt werden, halten LCH, SER und COHEP folgende Punkte gemeinsam fest:

1. Die hohe Qualität der Lehrpersonen-Ausbildung ist für alle Stufen zu erhalten. Vorschulstufe und Primarstufe gehören in der Aus- und Weiterbildung wie auch in der Berufstätigkeit eng zusammen. Notmassnahmen in Zeiten des Lehrpersonenmangels sind als solche zu deklarieren. Die Aufnahme selbständiger Unterrichtsführung nach nur wenigen Wochen Ausbildung ist den Schülerinnen und Schülern gegenüber nicht zu verantworten. Bei verkürzten Ausbildungen muss die Qualität der Unterrichtsführung durch geeignete Begleitmassnahmen sichergestellt sein. Und es muss darauf bestanden werden, spätestens während der ersten Jahre der Berufstätigkeit ein EDK-anerkanntes Diplom zu erwerben.

2. Der Zugang zur Lehrpersonen-Ausbildung steht, in Zukunft noch vermehrt, Berufsleuten offen. Für die Anerkennung bisher erbrachter Studienleistungen sowie von einschlägiger Berufs- und Lebenserfahrung sind schweizweit anerkannte Erhebungs- und Anrechnungs-Verfahren zu etablieren. Eine sorgfältige Abklärung der Studier- und Berufsfähigkeit geschieht teils vor und teils im Verlaufe der Ausbildung.

3. Die Grundausbildung und die Weiterbildungsangebote sind so anzulegen, dass sie für die Berufslaufbahn attraktive Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen. Aufstiegs- und Spezialisierungsmöglichkeiten gehören ebenso dazu wie Stufenwechsel und Vertiefungen im Kernbereich des Unterrichtens.

4. Die Institutionen der Lehrerinnen- und Lehrerbildung und die Berufsverbände sind sich einig in der Forderung, die Attraktivität der Lehrberufe für ambitionierte Frauen und Männer deutlich zu erhöhen. Neben der Eröffnung von Laufbahnperspektiven müssen die zeitlichen Arbeitsbedingungen so gestaltet werden, dass mehr Zeit für die seriöse Vor- und Nachbereitung des Unterrichts und die Zusammenarbeit reserviert ist. Die Rahmenbedingungen für die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer müssen so gestaltet sein, dass sie die Professionalität der Berufsausübung und die Attraktivität des Berufs sicherstellen, damit einerseits die Lehrpersonen dem Beruf erhalten bleiben und andererseits genügend Nachwuchs rekrutiert werden kann.

Unterschriften:
Dachverband SchweizerLehrerinnen und Lehrer LCH Syndicat des enseignants romands SER Schweizerische Konferenz Rektorinnen und Rektoren der Pädagogischen Hochschulen COHEP
Beat Zemp Georges Pasquier Dr. Johannes Flury
Quelle: Text Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer LCH , September 2011

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