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Rechtschreibreform
Reform der deutschen Sprache
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Rechtschreibreform der deutschen Sprache
Hintergrund - Informationen Reform der deutschen Rechtschreibung 2006
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Hintergrundinformationen: Reform der deutschen Rechtschreibung

Rechtschreibung nach neuen Regeln. Der politische Entscheid für die Reform wurde 1996 gefällt. Seit 1. August 2005 sind die neuen Regeln verbindliche Grundlage für Schule und öffentliche Verwaltung. Von dieser Verbindlich-Erklärung wurden am 1. August 2005 drei Teilbereiche ausgenommen, weil für diese Bereiche änderungsvorschläge in Aussicht gestellt worden waren.

Grundinformationen zur Reform

Hintergrund:

Am 1. Juli 1996 unterzeichneten in Wien Regierungsvertreter aus Deutschland, Österreich, aus der Schweiz1 und Liechtenstein eine zwischenstaatliche Erklärung zur Neuregelung der deutschen Rechtschreibung. Die Erklärung wurde auch von Belgien, Italien, Rumänien und Ungarn mitunterzeichnet; in diesen Ländern ist Deutsch eine Minderheitensprache.

Worauf bezieht sich die Erklärung? Die Erklärung von 1996 bezieht sich auf die amtliche Rechtschreibung: sie betrifft Schulen und öffentliche Verwaltung. Für die Bürgerinnen und Bürger besteht keine Verpflichtung zur Anwendung der neuen Regeln.

Wie schreibt man? Das neue Regelwerk basiert auf umfassenden Arbeiten von Fachleuten und auf der Beurteilung durch die Zwischenstaatliche Kommission für deutsche Rechtschreibung. Diese wurde 2004 abgelöst vom Rat für deutsche Rechtschreibung. In beiden Gremien war resp. ist auch die Schweiz vertreten. Entscheide zum Regelwerk selber (wie schreibt man...?) sind nicht politische Entscheide, sondern Expertenentscheide.

E i n f ü h r u n g

Die neue Regelung umfasst die Bereiche Laut-Buchstaben-Zuordnung (A), Getrennt- und Zusammenschreibung (B), Schreibung mit Bindestrich (C), Gross- und Kleinschreibung (D), Zeichensetzung (E) und Worttrennung (F).

Die Umsetzung der Rechtschreibreform begann per 1. August 1998. Bis am 31. Juli 2005 galt eine übergangsfrist (herkömmliche und die neue Rechtschreibung existierten nebeneinander). Am 1. August 2005 endete diese Frist, ausgenommen davon wurden die Bereiche B, E und F, für diese hatte der Rat für deutsche Rechtschreibung änderungsvorschläge angekündigt. In diesen Bereichen wurde in der Schule die Korrekturtoleranz fortgeführt, d.h. Fehler wurden nicht bewertet.
Der Rat für deutsche Rechtschreibung

Vorschlag der KMK

Auf Vorschlag der deutschen Kultusministerkonferenz (KMK) wurde Ende 2004 das bisherige Fachgremium, die Zwischenstaatliche Kommission für deutsche Rechtschreibung, durch den Rat für deutsche Rechtschreibung abgelöst. Auf Wunsch der KMK sollte der Rat in einer ersten Etappe für drei Teilbereiche konsensfähige Veränderungsvorschläge erarbeiten. Geplant ist, dass dieses Fachgremium auch weiterhin die Entwicklung des Schriftsprachgebrauchs beobachtet und allenfalls Vorschläge für die Weiterentwicklung des Regelwerkes erarbeitet.
Schweizer Delegation

Die Plenarversammlung der EDK hat sich am 29. Oktober 2004 mit der Einrichtung eines Rates für deutsche Rechtschreibung einverstanden erklärt. Die Schweizer Vertretung sieht wie folgt aus:

Prof. Dr. des. Claudia Schmellentin, Fachwissenschaft, nominiert von der EDK
Prof. Dr. Peter Gallmann, Fachwissenschaft, nominiert von der EDK
Prof. Dr. Thomas Lindauer, Fachdidaktik, nominiert von der Schweizerischen Konferenz der Pädagogischen Hochschulen (SKPH)
Max A. Müller, Lehrerorganisationen, nominiert vom LCH (Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer) - Dr. Werner Hauck, öffentliche Verwaltung, nominiert von der Bundeskanzlei
Peter Feller, Schulbuchverlage, nominiert von der ILZ (Interkantonale Lehrmittelzentrale)
Stephan Dové, Zeitungs- und Zeitschriftenverlage, nominiert vom Zeitungs- und Zeitschriftenverlegerverband
Dr. Monique R. Siegel, Autoren, nominiert vom PEN-Zentrum Schweiz
Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat für die Bereiche B (Getrennt- und Zusammenschreibung), E (Zeichensetzung) und F (Worttrennung am Zeilenende) sowie für den überschneidungsbereich Getrennt- und Zusammenschreibung und Gross- und Kleinschreibung Vorschläge erarbeitet. Die deutsche Kultusministerkonferenz hat diese Vorschläge am 2. März 2006 verabschiedet. Die EDK verfügte zu diesem Zeitpunkt noch über keinerlei Unterlagen und setzt ihren Entscheid aus, um eine Beurteilung der Vorschläge aus Schweizer Sicht vornehmen zu können.
Quelle: Text Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren Pressedienst des Generalsekretariats 9.3.2006
Links
Externe Links
Erziehungsdirektoren-Konferenz EDK
Projekt Deutschweizer Lehrplan
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