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Die Anforderungen an die Lehrpersonen steigen - Die Löhne halten nicht mit
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Die Anforderungen an die Lehrpersonen steigen - Die Löhne halten nicht mit
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Juli 2018

Die Löhne der Schweizer Lehrpersonen haben sich auch im Jahr 2018 nur schleppend entwickelt, wie die Lohnanalyse des LCH unter seinen Kantonalsektionen zeigt. Obwohl der Stufenanstieg in mehreren Kantonen gewährt wurde, ist die Forderung nach anforderungsgerechten Löhnen nach wie vor nicht erfüllt. Eine verlässliche Lohnperspektive ist ebenfalls nicht gegeben, wenn die kantonalen Lohnsysteme Lehrpersonen benachteiligen, insbesondere Kindergartenlehrpersonen. Für eine faire Gestaltung der Löhne verlangt der LCH daher, den Stufenanstieg kontinuierlich zu gewähren, die kantonalen Lohnsysteme zu überarbeiten und die Teuerungsrückstände auszugleichen.

Die Löhne der Schweizer Lehrerinnen und Lehrer haben sich zwischen 2013 und 2017 sehr dürftig entwickelt. Auch 2018 gibt es wenig Grund zur Freude: Die Mehrheit der Kantonalsektionen beurteilt die Lohnentwicklung weiterhin als mangelhaft. Dies hat eine Umfrage des LCH unter seinen Mitgliedsorganisationen ergeben. Damit bleiben die drei konkreten Forderungen des LCH für eine zeitgemässe Besoldung der Lehrpersonen aktuell: anforderungsgerechte Löhne, verlässliche Lohnperspektive und Erhalt der Kaufkraft.

Stufenanstieg: Voraussetzung für faire Löhne

Keine Entspannung gibt es in Bezug auf anforderungsgerechte Löhne, das heisst solche, die der Ausbildung und Verantwortung der Stelleninhaberin, des Stelleninhabers Rechnung tragen. Einzig in Schaffhausen, Solothurn und Zürich wird die Lage im Vergleich zum Vorjahr als leicht besser eingeschätzt. In den meisten anderen Kantonen dagegen bleibt die Lage unverändert, in vier Kantonen hat sie sich sogar zum Schlechteren gewandelt. Dies gilt etwa für den Kanton Obwalden, der neu nicht nur in Bezug auf die anforderungsgerechten Löhne, sondern auch auf die beiden anderen, bereits erwähnten Forderungen des LCH abfällt. Auch in Graubünden, wo die Löhne der Lehrpersonen schweizweit am tiefsten sind, wird die Situation schlechter bewertet. Und dies, obwohl der Stufenanstieg dort wie in der Mehrheit der Kantone gewährt wurde. Der LCH begrüsst zwar diesen Schritt, plädiert aber gleichzeitig mit Nachdruck dafür, dass der Stufenanstieg respektive die Erfahrungszulage jedes Jahr und überall gewährt wird – auch in denjenigen Kantonen, wo es 2018 keinen oder keinen vollständigen Stufenanstieg gab. Diese Anstiege sind unbedingt nötig, um die Löhne der Lehrpersonen fair zu gestalten oder fair zu halten.

Lohnsysteme benachteiligen Kindergartenlehrpersonen

Für eine verlässliche Lohnperspektive müssen die Kantone nicht nur die Stufenanstiege gewähren, sondern in vielen Fällen auch ihre Lohnsysteme überarbeiten. Die Hälfte der befragten Kantonalsektionen sieht hier ebenso wie bei den Anpassungen von Einstiegs-und Reallöhnen Nachholbedarf. Besonders betroffen von der unbefriedigenden Lohnsituation ist die Kindergartenstufe, wo in vielen Kantonen betroffene Lehrpersonen zu rechtlichen Mitteln in ihrem Kampf für eine faire Besoldung gegriffen haben. Diese Unzufriedenheit manifestiert sich auch in der Umfrage des LCH: Die Mitgliedsorganisationen aus Kantonen, in denen es wie in Graubünden, Schaffhausen oder Zürich Klagen von Lehrpersonen der Kindergartenstufe gegeben hat, sehen den grössten Nachholbedarf auch auf dieser Stufe. Zuletzt ergab die Umfrage unter den Kantonalorganisationen, dass vielerorts die Teuerungsrückstände nicht ausgeglichen wurden. Dass diese aufgeholt und nachgeholt werden müssen, ist aus Sicht des LCH selbstverständlich.

Schweiz fällt im internationalen Vergleich ab

Auch im internationalen Vergleich zeigt es sich, dass die gute und motivierte Arbeit der Schweizer Lehrerinnen und Lehrer jetzt besser entlöhnt werden muss. Hierzulande haben im Gegensatz zum Durchschnitt der OECD-Länder die prozentualen Ausgaben für die Stufen Primar, Sek I und Sek II gemessen am Bruttoinlandprodukt von 2005 bis 2014 abgenommen. Gemäss denselben Statistiken arbeiten Schweizer Lehrpersonen auch äusserst viel: Nirgends ist die Soll-Arbeitszeit so hoch wie hier. Diese grosse Arbeitslast führt notabene dazu, dass es für Lehrpersonen auf gewissen Stufen wie beispielsweise dem Gymnasium praktisch unmöglich ist, beim Berufseinstieg ein volles Pensum zu unterrichten. Dadurch reduziert sich zwangsläufig auch der Lohn.

Die Forderungen des LCH für zeitgemässe Löhne

Diese schlechte Lohnentwicklung, die das Unterrichtswesen als ganze Branche seit Jahren betrifft, steht im Gegensatz zu den steigenden Krankenkassenprämien und sinkenden Pensionskassenleistungen. Auch Lehre.rinnen und Lehrer müssen die steigenden Lebenshaltungskosten decken können. Es genügt daher nicht, wenn sie vom Arbeitgeber mit lobenden Worten und Appellen an ihr Berufsethos abgespeist werden. Deshalb müssen die folgenden, mit Nachdruck gestellten Forderungen des LCH für eine zeitgemässe Entlöhnung der Lehrpersonen erfüllt werden:

• Anforderungsgerechte Löhne: Der LCH fordert die Kantone und Gemeinden auf, die Löhne der Lehrpersonen aller Stufen vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe II so anzuheben, dass diese der Besoldung in anforderungsähnlichen Tätigkeiten entsprechen.

• Verlässliche Lohnperspektive: Lehrerinnen und Lehrer kennen in der Regel keine eigentliche Berufskarriere mit Aussicht auf mehr Lohn, wie dies in anderen Branchen üblich ist. Deshalb brauchen sie eine gesetzlich verankerte Lohnentwicklung. Die heute vorherrschende Willkür bei der Gewährung von Stufenanstiegen respektive Erfahrungszulagen ist zu beseitigen.

• Erhalt der Kaufkraft: Die seit 1993 aufgelaufene Teuerung muss ausgeglichen werden. Arbeitgeber, die beim Teuerungsausgleich noch Rückstände aufweisen, müssen diese endlich beseitigen.

Quelle: Text Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz LCH, 25. Juni 2018

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