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Grüsse zum Valentinstag von TerraSAR-X und TanDEM-X
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DLR Satellitenmissionen TanDEM-X und TerraSAR-X
Grüsse zum Valentinstag von TerraSAR-X und TanDEM-X
Aus Anlass des Valentinstages präsentiert das DLR bildlich passende Aufnahmen der
deutschen Radarsatelliten TerraSAR-X und TanDEM-X.
Herzförmige Strukturen befinden sich unter anderem in der Dasht-e Lüt-Wüste, im
Flusslauf des Juruá in Brasilien und auf der Inselgruppe Neukaledonien.
Die beiden deutschen Radarsatelliten können 2D-beziehungsweise 3D-Bilder mit hoher
Auflösung unabhängig von Wetterbedingungen und Tageslicht aufnehmen

Am 14. Februar ist Valentinstag, der "Tag der Liebenden" in Spanien und Portugal oder auch der "Tag aller Herzen" in Skandinavien. Aus diesem Anlass präsentiert das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) eine Auswahl passender Aufnahmen der deutschen Radarsatelliten TerraSAR-X und TanDEM-X. Diese Impressionen verdeutlichen die vielfältigen Möglichkeiten der Satelliten – von hochauflösenden, einfach-polarisierten Aufnahmen mit viel Detailreichtum über zweifach-polarisierte Bilder, mit denen Feuchtigkeit sichtbar wird, bis hin zu digitalen Höhenmodellen, welche die Struktur der Erde in ihrer vollen Schönheit darstellen. TerraSAR-X und TanDEM-X eignen sich besonders für die präzise Beobachtung von Veränderungen auf der Erdoberfläche.

Dasht-e Lüt

Die erste hier gezeigte herzförmige Struktur befindet sich im nördlichen Teil der Wüste Dasht-e Lüt im Iran, etwa 75 Kilometer nordwestlich von Behabad. Das Herz selbst hat eine beeindruckende Breite von etwa zwölf Kilometern. Das digitale Höhenmodell haben TerraSAR-X und TanDEM-X gemeinsam erzeugt. Mit Hilfe der Interferometrie extrahierten DLR-Forschende Höheninformationen aus den Radardaten. Das Höhenmodell wurde um circa 120 Grad im Uhrzeigersinn gedreht. Das Herz wurde dann, basierend auf seiner Höheninformation, zuerst eingefärbt. Anschliessend wurden SAR-Amplitudeninformationen transparent darübergelegt, wodurch feine Strukturen im Salzsee "im Herzen des Herzens" gut sichtbar wurden.

Flusss Juruá in Brasilien

Das zweite Bild zeigt einen Seitenarm des Flusses Juruá in Brasilien, nahe des Dorfes Céu Aberto. Von dort fliesst der Juruá noch etwa 500 Kilometer, bis er in den Amazonas mündet. Das Herz hat eine Breite von rund 4,2 Kilometern und wurde mit einer zweifach-polarisierten Aufnahme erfasst. In diesem Fall sendet und empfängt der Satellit abwechselnd Radarwellen mit vertikaler und horizontaler Polarisation. Da die Satelliten TerraSAR-X und TanDEM-X schräg nach unten "schauen", erscheint der Fluss schwarz. Die hellblauen Flächen lassen auf unterschiedlich starke Reflexion der beiden Polarisationen schliessen, bedingt zum Beispiel durch Feuchtigkeit im Boden. Graue Bereiche weisen auf dichte Waldbedeckung im tropischen Regenwald hin.

Insel Koné in Neukaledonien

Ein weiteres SAR-Bild zeigt das berühmte "Coeur de Voh" (das "Herz von Voh") nahe der Stadt Koné auf der Insel Neukaledonien, die etwa 1'500 Kilometer östlich von Australien im Pazifischen Ozean liegt. Das Naturphänomen hat eine Breite von etwa 230 Metern und entstand zufällig durch Salzablagerungen, die eine Lichtung im Mangrovenwald an der Westküste formten. Die Staring Spotlight-Aufnahme wurde anhand der lokalen Rückstreuung eingefärbt. Dadurch erscheinen Waldflächen in dunklem Grün, Flächen mit niedrigerer Vegetation in hellerem Grün und Übergangsbereiche in Pink

Über die Mission

Die Missionen TerraSAR-X und TanDEM-X wurden im Auftrag des Deutschen Zentrums für Luft-und Raumfahrt (DLR) mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK)umgesetzt. Sie sind die ersten deutschen Satelliten, die im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft zwischen dem DLR und der Airbus Defence and Space GmbH realisiert wurden. Das DLR ist für den Aufbau und Betrieb des Bodensegments sowie für die wissenschaftliche Nutzung der Daten und deren Verteilung an extern Forschende weltweit verantwortlich. Airbus Defence and Space beteiligte sich an den Kosten für Entwicklung, Bau und Einsatz der Satelliten.

Die Programmlinie "Geo-Intelligence" bei Airbus DS übernimmt die kommerzielle Vermarktung der Daten. Seit 2016 wird das Projekt in einer Fortsetzungsvereinbarung mit Airbus weitergeführt. TerraSAR-X und TanDEM-X eignen sich besonders für die präzise Beobachtung von Veränderungen auf der Erdoberfläche. Sie sind in der Lage, 2D-beziehungsweise 3D-Bilder mit hoher Auflösung, unabhängig von Wetterbedingungen und Tageslicht, aufzunehmen. Beide Satelliten liefern Radarbilder in hoher Qualität für vielfältige Anwendungen im wissenschaftlichen, kommerziellen und sicherheitsrelevanten Bereich.

Quelle: DLR, 13. Februar 2025

Vor zehn Jahren, am 21. Juni 2010, begann eine neue Ära in der Radarfernerkundung: Der Radarsatellit TanDEM-X wurde gestartet. Seitdem umkreist er im engen Formationsflug mit seinem drei Jahre älteren "Zwillingsbruder" TerraSAR-X die Erde. Der Abstand zwischen den Satelliten variiert zwischen mehreren Kilometern und zeitweise nur 120 Metern. Das ermöglicht den Radarsensoren eine 3D-Sicht auf die Erde. Physikalisch korrekt spricht man von einem bistatischen Interferometer im All, das es erlaubt die Geländestruktur mit nur einem Überflug dreidimensional zu erfassen - eine in dieser Realisierung bislang weltweit einmalige Weltraummission.

Das primäre Missionsziel, die Erstellung eines hochgenauen globalen Höhenmodells der gesamten Landmasse der Erde wurde mit der Fertigstellung des sogenannten TanDEM-X-DEM (Digital Elevation Model) bereits Mitte 2016 erreicht.

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