Schule und Bildung
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Bildungskleeblatt Aargau
Urabstimmung der alv-Mitglieder zum Bildungskleeblatt

März 2009

Ein knappes Nein, ein knappes Ja und zwei deutliche Ja.
Eine deutliche Mehrheit der Mitglieder des alv sagt Ja zu Tagesstrukturen und Ja zur Ressourcensteuerung mit Sozialindex. Uneinheitlicher sieht das Abstimmungsergebnis bei den beiden Strukturvorlagen aus:

Die Basisstufe wird knapp abgelehnt, die Reform der Oberstufe knapp gutgeheissen.

Es erstaunt nicht, dass die Tagesstrukturen und der Sozialindex bei den Lehrpersonen eine grosse Unterstützung erfahren. Die Tagesstrukturvorlage ist die direkte Umsetzung der vom alv ins Leben gerufenen Initiative "Schule und Familie". Dank den zusätzlichen Ressourcen des Sozialindex gelingt es eher, auch in belasteten Schulen mit schwierigen Jugendlichen einen guten Unterricht zu verwirklichen.

Die Befürwortenden und Ablehnenden der beiden Strukturvorlagen "der Einführung der Basisstufe und der Reform der Oberstufe" halten sich ungefähr die Waage. Dass Reformbedarf besteht, dürfte weit gehend unbestritten sein:

Der Schuleintritt ist für viele Kinder schlecht gelöst, das Ansehen und die Leistungen der Realschule befriedigen niemand, die Harmonisierung der Schulstrukturen und damit die Verlängerung der Primarschule auf sechs Jahre ist eine Vorschrift der Eidgenössischen Verfassung. Doch was Regierung und Parlament zur Problemlösung vorschlagen, vermag keine breite Mehrheit zu überzeugen. Trotzdem muss anerkannt werden, dass rund die Hälfte der Lehrpersonen zu einschneidenden Veränderungen bereit ist. Das wären diese kaum, wenn nicht tatsächlich Handlungsbedarf besteht.

Es ist unerlässlich, eine deutliche Mehrheit der Lehrpersonen zu gewinnen für eine so grosse Reform, wie sie das Bildungskleeblatt darstellt. Denn der Erfolg einer Schulreform ist nicht mit der Zustimmung bei der Volksabstimmung gegeben, sondern erst durch die gute Umsetzung in der Schulwirklichkeit. Dazu ist die engagierte Mitarbeit der Lehrpersonen nötig. Um diese Mehrheit zu gewinnen, braucht es eine Reform in verkraftbaren Schritten, es braucht den Dialog mit den Andersdenkenden und es braucht insbesondere die Lösung der anstehenden Personalprobleme in der Schule.

Die heutige aargauische Volksschule weist eben nicht nur Strukturprobleme auf, sondern auch personale. Die Lehrpersonen sind zeitlich und psychisch überlastet. Sie leisten eine durchschnittliche unbezahlte überzeit von 25%, ihre Burnout-Gefährdung mit 20% ist ausserordentlich hoch, 30% der Klassenlehrpersonen sind auf Grund ihrer beruflichen Verschleisserscheinungen nicht mehr in der Lage, auf die Anliegen ihrer Klasse einzugehen. Nur wenn diese Probleme gelöst sind, dürfte bei der Mehrheit der Lehrpersonen sowohl die Bereitschaft als auch die Möglichkeit bestehen, grosse Reformen gewinnbringend umzusetzen.

Quelle: Text AARGAUISCHER LEHRERINNEN-UND LEHRER-VERBAND alv, März 2009
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Aargau Arbeitszeiterhebung von Lehrpersonen 2008
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