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Seit 1991 beobachten deutsche und russische Wissenschaftler gemeinsam den Klimawandel in der Arktis. In den vergangenen fünf Jahren haben sie sich vor allem mit der "Eisfabrik"in der sibirischen Laptewsee beschäftigt.

Die gemeinsamen Messkampagnen der russischen und deutschen Forscher in den vergangenen Jahren belegen: Die Durchschnittstemperatur des Meerwassers im arktischen Sommer ist um drei bis vier Grad Celsius angestiegen. Der Sommer an der sibirischen Küste ist um drei bis vier Wochen länger geworden, weil der Frühling früher und der Beginn der Meereisbildung im Herbst später einsetzt.

Ab 2013 wollen die Wissenschaftler die Auswirkungen auf die gesamte Arktis untersuchen. Dazu schlagen sie den Bogen zwischen dem Untersuchungsgebiet Laptewsee einerseits und der Framstrasse andererseits. Diese Meeresstrasse zwischen Spitzbergen und Grönland ist die einzige Tiefwasserverbindung zwischen dem Arktischen Ozean und dem Atlantik. Laptewsee und Framstrasse sind durch die Transpolardrift verbunden, die das in den sibirischen Küstengewässern gebildete Eis vorbei am Nordpol und durch die Framstrasse in den Atlantik transportiert.

"Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung betreibt in der Framstrasse das Tiefsee-Langzeitobservatorium HAUSGARTEN, während das Laptewsee-Projekt den Ursprung der Transpolardrift sehr genau untersucht hat. Ziel der kommenden Jahre ist es, ausgehend vom Start- und Endpunkt der Transpolardrift die Auswirkungen des Klimawandels auf die gesamte Arktis zu untersuchen", erklärt Dr. Jens Hölemann vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven.

Die gemeinsamen Messkampagnen der russischen und deutschen Forscher in den vergangenen Jahren belegen: Die Durchschnittstemperatur des Meerwassers im arktischen Sommer ist um drei bis vier Grad Celsius angestiegen. Der Sommer an der sibirischen Küste ist um drei bis vier Wochen länger geworden, weil der Frühling früher und der Beginn der Meereisbildung im Herbst später einsetzt. "Das spiegelt sich auch in der Ökologie. In der Laptewsee heimische Planktonarten werden beispielsweise zunehmend durch Arten aus dem Atlantik verdrängt", erklärt Dr. Ekaterina Abramova vom Lena-Delta-Reservat aus Tiksi (Russland).

Und das mehrjährige Eis, das also über mehrere Sommer erhalten bleibt und das fundamental für den polaren Lebensraum ist, ist aus der sibirischen Arktis verschwunden.

Quelle: Text GEOMAR, Dezember 2012

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