Zoologie und Botanik
Kulturpflanzen
vorangehende Seite
end
Biologie Kulturpflanzen
Ölpalme Palmöl und Palmkernöl
Palmfruchternte in Myanmar (Burma)
Biologie Weitere Informationen
Vegetationszonen in Afrika
Weitere Informationen
Wirtschaft Weitere Informationen
Landwirtschaft Anbau von Kulturpflanzen - Getreide, Kartoffeln ...
Naturwissenschaften und Technik Geografie-Erdkunde Klima
Ölpalme
Palmöl und Palmkernöl

Die Ölpalme (Elaeis guineenis) kommt wie die lateinische Bezeichnung zeigt ursprünglich aus Guinea in West-Afrika.

Die idealen Wachstumsbedingungen findet die Ölpalme in den Tieflandregionen der tropische Zone zwischen dem 15. nördlichen und dem 15. südlichen Breitengrad. In dieser Zone fallen reichlich Regenfälle (2'000 bis 2'500 mm pro Jahr) und die Luftfeuchtigkeit ist über 80%. (siehe: Klima der tropischen Zone)

Die Pflanze gedeiht am besten bei Temperaturen um die 30° C. Ein Temperaturverlauf mit wenig Schwankungen ist für die Blüte und den Reifeprozess äusserst wichtig. Ausgeprägte Trockenzeiten liebt die Ölpalme nicht. Die tropischen Monsungebiete und die subtropischen Savannen eignen sich nicht für den Anbau. Ölpalmen sind widerstandsfähige Gewächse.

Ölpalme: Palmölgewinnung Ölpalme: Palmölgewinnung

Eine ausgewachsene Ölpalme erreicht etwa eine Höhe von 20 m. Jeder Fruchtstand wiegt ungefähr 50 kg und enthält bis 2'000 pflaumenähnliche Früchte. Die anfangs grünen Früchte wechseln mit zunehmendem Reifegrad über Violett zu Rotgelb. Aus dem Fruchtfleisch wird Palmöl und aus dem Kern Palmkernöl herausgepresst. Das Fruchtfleisch verdirbt rasch im tropischen Klima und muss daher schnell in der Region verarbeitet werden. Die Palmkerne sind länger haltbar und können auch exportiert werden.

Die ersten Setzlinge der Ölpalmenpflanze wurden in Indonesien Mitte des 19. Jahrhunderts in den Boden gesetzt. Der Verkauf der Palmölfrüchte war für die Kleinbauern eine willkommene Einnahmequelle (cash-crop). Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begannen die Kolonialmächte, den kommerziellen Anbau der Ölpalmen in Südostasien zu intensivieren. Die gewinnbringenden Kautschukplantagen sollten mit Ölpalmen-Plantagen ergänzt werden. Die Plantagenbesitzer setzten auf Monokulturen. Für die Grossunternehmer erwiesen sich die Monokulturen als lohnendes Geschäft, denn die Ölpalme hat den höchsten Hektarertrag aller Ölpflanzen. Allmählich verwandelten sich ganze Landstriche in Malaysia und später auch in Indonesien in eintönige Landschaften mit Ölpalmenreihen, welche oft erst am Horizont ausliefen.

Palmölplantagen in Malaysia Ölpalme: Frucht

Aus den Früchten der Ölpalme werden Palmöl und Palmkernöl gewonnen. Die Öle dienen der Lebensmittel-, Reinigungs- und Kosmetikindustrie als Rohstoffe für die Herstellung u.a. von Speiseölen und -fetten, von Seifen und anderen kosmetischen Produkten. Das Öl wird auch zu Biotreibstoff (Biodiesel) raffiniert. In Kraftwerken und Heizzentralen werden mit den Dieselprodukten elektrischer Strom und Wärme erzeugt.

Der Preis für Palmöl und Palmkernöl begann als Folge der Produktionssteigerungen der Grossplantagen zu sinken. Für Kleinbauern wurde der Anbau mehr und mehr unrentabel. Für den Ausbau ihrer Produktionsflächen mussten sie Kredite der Palmölfirmen aufnehmen, was sie in eine Abhängigkeit von diesen Unternehmen trieb. Die Kleinbauern wurden ohne eine Ausweitung ihrer Betriebsflächen aus dem Markt verdrängt.

Für die Kleinbauern, welche seit Jahrhunderten die tropischen Wälder mit Wanderfeldbau für ihr Überleben nutzten, begann mit der Ausdehnung der Grossplantagen eine verhängnisvolle Entwicklung. Die Bauern pflanzten auf ihren verhältnismässig kleinen Brandrodungsflächen die Lebensmittel wie Reis, Mais und Maniok für ihren täglichen Bedarf an. Die Grossplantagen raubten ihnen ihre Lebensgrundlagen. Die Eigenversorgung war nicht mehr ausreichend gewährleistet. Die Bauern mussten sich auf den lokalen Märkten zusätzlich mit teuren Lebensmitteln eindecken. Häufig fehlte allerdings das Geld für diese Einkäufe, weil sie ohne Lohnarbeit waren. Der Betrieb und Unterhalt der Plantagen benötigt nur wenige Arbeitskräfte. Die Bauern holten aus den umliegenden Tropenwäldern auch das Brennholz zum Kochen und das Baumaterial für ihre Häuser. Mit dem Verschwinden der Wälder verloren sie die Zuversicht an ein Weiterleben in dieser Umgebung.

Die Umwandlung der Tropenwälder in Ölpalmen-Plantagen ist auch mit schwerwiegenden Auswirkungen auf Tier- und Pflanzenwelt verbunden. Die Plantagen entziehen vielen Tier- und Pflanzenarten den Lebensraum. Diese werden in die umliegenden Gebiete verdrängt, oder sie sterben aus. Die Ökosysteme werden beschädigt und die Biodiversität vermindert.

Der Anbau von Ölpalmen wird von grossen ökologischen Risiken begleitet. Für das Roden der künftigen Plantagenfläche wird häufig auf das Abbrennen der Wälder, welches mit einem hohen Kohlendioxidausstoss verbunden ist,verzichtet. Stattdessen kommen Herbizide zum Einsatz, deren Ausschwemmung die Schadstoffkonzentration in den Grund- und Fliessgewässern erhöht. Der Betrieb der Ölpalmen-Plantagen erfordert hohe Mengen an landwirtschaftlichen Chemikalien.

Text: RAOnline
Kautschukplantage Brandrodungsfläche in Malaysia
Sulawesi: Urwaldrodung Sulawesi: Urwaldrodung
Palmöl
Agrarflächen im Regenwald Weniger Artenvielfalt, 2016
höheres Einkommen "EFForTS"-Projekt
Agrarflächen im Regenwald Palmöl: Die CO2-Kosten der Abholzung 2017
Agrarflächen im Regenwald Kosten und Perspektiven des Palmölanbaus 2018
Agrarflächen im Regenwald Richtig angebaut kann Palmöl nachhaltig sein 2019
Nachhaltiges Palmöl? Wie Umweltschutz und Armutsbekämpfung 2020
vereinbart werden können
Tropische Regenwälder
Tropischer Regenwald - Waldzerstörung
Kautschuk und Palmöl Folgen der Umwandlung von Regenwald
Dramatischer Rückgang von Orang-Utans auf Borneo
Biotreibstoffe - Biogene Treibstoffe - Agrotreibstoffe

nach oben

Weitere Informationen
Subtropische Zone Tropische Zone
Bilder Videos Länder-Informationen Karten Klima
vorangehende Seite