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Gesamtumschlag Schweizerische Rheinhäfen 2015
Güterumschlag Schweiz. Rheinhäfen 2015 Tabelle und Diagramm
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Die Schweizerischen Rheinhäfen
Gesamtumschlag Schweizerische Rheinhäfen 2015

Starke Zunahme bei Mineralöl - Container auf Rekordniveau gehalten

Um knapp 6% stieg der Güterumschlag in den Schweizerischen Rheinhäfen gegenüber dem Vorjahr an - und dies trotz prekärer Wasserverhältnisse während fast der gesamten zweiten Jahreshälfte. Hauptverantwortlich für dieses Ergebnis war die grösste Gütersparte der Häfen: die Mineralölprodukte mit einem Zuwachs um mehr als einen Drittel. Im Containerverkehr konnte der Rekordumschlag aus dem Vorjahr leicht übertroffen werden; auch dieser Bereich litt unter der langen Niedrigwasserperiode.

Die Umschlagsgruppe Steine, Erden, Baustoffe wurde nach starkem Ergebnis im 2014 deutlich zurückgebunden, und auch in den Bereichen Landwirtschaftliche Erzeugnisse sowie Nahrungs-und Futtermittel lagen die umgeschlagenen Mengen 2015 unter dem Vorjahr. Mehr als eine Verdoppelung - allerdings auf tiefem Niveau - erfuhr der Sektor feste Brennstoffe.

6,33 Mio. Tonnen (t) wurden 2015 in den Schweizerischen Rheinhäfen gewichtsmässig umgeschlagen; gegenüber den 5,98 Mio. t im Vorjahr entspricht dies einer Zunahme um 5,9%. Dass dieses Ergebnis fast ausschliesslich auf den Bereich "Mineralölprodukte" zurückzuführen ist, zeigt sich auch in den Umschlagszahlen der einzelnen Häfen. Der eigentliche "Ölhafen" Muttenz-Au verbuchte bei 1,93 Mio. t einen Zuwachs von nahezu 20%, Birsfelden mit ebenfalls markantem Umschlag in diesem Bereich kommt bei einem Jahrestotal von 2,46 Mio. t noch auf eine Steigerung um knapp 10%, während in Kleinhüningen 1,65 Mio. t und damit gut 13% weniger umgeschlagen wurden.

Güterumschlag Schweiz. Rheinhäfen 2015 Diagramme und Tabellen

Containerverkehr

102'916 TEU wurden 2015 schiffsseitig über die Schweizerischen Rheinhäfen abgewickelt. Gegenüber den 104'482 TEU des Vorjahres kann von einem nahezu gleichwertigen Ergebnis (-1,5%) gesprochen werden. Vor allem angesichts der ausgesprochen ungünstigen Wasserstände im zweiten Semester 2015 ist das Resultat mehr als bemerkenswert einzuschätzen. Nur in den beiden Vorjahren und

2007 war das Total höher.

Nimmt man noch den bahnseitigen Containerumschlag von 21'351 TEU dazu, resultierte ein Total von 124'267 TEU, was gegenüber dem Vorjahreswert von 123'494 TEU einer Steigerung um 0,6% und einem neuen Allzeithoch gleichkommt.

Welche Rolle die niedrigen Wasserstände im zweiten Halbjahr spielten, zeigt sich klar im monatlichen Vergleich. Nach einem verhaltenen Januar 2015 (-1,5% gegenüber Januar 2014) stiegen die Volumina in den Monaten Februar, März und April jeweils um rund 15% gegenüber der entsprechenden Vorjahreszeit an. Im September und Oktober dagegen resultierten Rückgänge um jeweils 10% und im November sogar um über 20%.

Nicht wie befürchtet negativ beeinflusst wurde der Containerverkehr durch den Wegfall der Frankenuntergrenze zum Euro. Der reine Exportverkehr (volle Container im Abgangsverkehr) sank gegenüber dem Vorjahr 2015 "nur" um 2,6%, was wohl eher auf den erwähnten "Wasserfaktor" als auf die Währungsturbulenzen zurückzuführen ist. Erklärbar ist dies durch die Tatsache, dass der Exportverkehr in Containern auf der Rheinschiene seinen Bestimmungsort meist im Fernost-Bereich oder auf dem amerikanischen Kontinent hat und damit vom aktuellen Euro-Franken- Kurs nicht stark beeinflusst wird. Dies bedeutet nun aber keineswegs, dass die Schweizer Unternehmen in der Containerschifffahrt vom Entscheid der Nationalbank nicht betroffen wären. Da die Ausgaben - vor allem die Löhne - in Schweizer Franken anfallen, die Erträge aber oft in Euro, bedeutete der Wegfall der Franken- Untergrenze auch in dieser Branche einen "Schock" im wahrsten Sinn des Wortes.

Der reine Importverkehr - also die einkommenden vollen Container - blieb mit 33'441 TEU stärker unter dem - allerdings sehr starken - Ergebnis von 2014 (34'862 TEU), nämlich um 4,0%. Auch hier ist ein Einbruch wasserstandsbedingt vor allem in den Monaten September bis November festzustellen.

Eine weiterhin starke Rolle spielt der Leercontainer-Verkehr von und nach den Schweizerischen Rheinhäfen. Der Anteil am Gesamtverkehr hat mit 35,6% sogar noch leicht zugenommen (2014: 34,3%). Dieser Verkehr ist von den Unternehmen in den hiesigen Häfen nicht zu beeinflussen; es handelt sich um Behälter, welche die Seeredereien zum Einsatz in Fernost oder Amerika abrufen oder für Exporte ab der Schweiz zuführen. Bei insgesamt 36'593 TEU an Leercontainern ist hier gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um gut 2% festzustellen. Im abgehenden Verkehr waren es 13'772 TEU (+2,2%), im einkommenden 22'821 TEU (+2,0%).

Als Fazit kann damit gezogen werden, dass der Containerverkehr von und nach Basel trotz widrigster Umstände im zweiten Halbjahr 2015 das rekordhohe Niveau der beiden Vorjahre fast gehalten hat. Davon ausgehend, dass im 2016 nicht erneut derart ungünstige Wasserstände den Verkehr behindern, darf mit berechtigtem Optimismus davon ausgegangen werden, dass bald neue Rekordwerte resultieren.

Abhängig ist dies natürlich zu einem entscheidenden Teil von der Performance der Schweizer Exportindustrie und nicht zuletzt auch von der Inlandsnachfrage.

Angesichts der hohen Auslastung der bestehenden Infrastrukturen bestätigt sich, dass in Kürze neue Anlagen zur Bewältigung des schiffseitigen Containerverkehrs im Raum Basel erforderlich sind und die entsprechenden Anstrengungen zeitnah vorangetrieben werden müssen.

Flüssige Treib- und Brennstoffe

Der Bereich flüssige Treib- und Brennstoffe bleibt mit Abstand die wichtigste Gütersparte der Schweizerischen Rheinhäfen. Der Anteil am Total ist von 39% im 2014 sogar noch einmal deutlich angewachsen und beträgt im Berichtsjahr 48%. Nimmt man nur den einkommenden Verkehr, so ist mit einem Anteil von 52% sogar mehr als jede zweite in den Häfen umgeschlagene Tonne in dieser Gütersparte beheimatet.

Damit ist auch klar, dass es in der Umschlagsbilanz der Häfen sofort und deutlich spürbar wird, wenn sich in dieser Sparte Veränderungen ergeben - und im 2015 gab es massive Veränderungen. Auf Ende März schloss mit der Raffinerie im Wallis eine der beiden inländischen Verarbeitungsanlagen von Rohöl. Dies verstärkte mit einem erwarteten Mehrverkehr von 700'000 t bis zu 1 Mio. t massiv die Bedeutung des Rheins und der Umschlagsanlagen in den Schweizerischen Rheinhäfen für die Marktversorgung der Schweiz. Und tatsächlich wurden via die Schweizerischen Rheinhäfen im Berichtsjahr 2'764'242 t importiert, was gegenüber 2014 einer Steigerung um 33,6% entspricht.

Im ausgehenden Verkehr beträgt die Steigerung gegenüber dem Vorjahr "nur" 13,6% bei einem Total von 281'117 t. Bemerkenswert ist, dass überhaupt ein Zuwachs resultierte. Bei diesen Ladungen handelt es sich nämlich im wesentlichen um Schweröl, dass in den Raffinerien anfällt und in der Schweiz keine Verwendung findet. Und wenn es nur noch eine inländische Raffinerie gibt, wird dieser Sektor in Zukunft logischerweise an Bedeutung verlieren.

Der Zuwachs im Bereich Mineralölerzeugnisse wäre zweifellos noch deutlich grösser gewesen, hätten nicht die bereits erwähnten tiefen Wasserstände den Häfen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dies kann leicht an den Monatsergebnissen abgelesen werden. Im April - dem ersten Monat mit nur einer inländischen Raffinerie - stieg die Importmenge via die Häfen bei den Mineralölprodukten um sage und schreibe 145% gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat an. Im Mai und Juni betrugen die Steigerungsraten 88% und 91%. Im September - die Wasserstände waren bereits tief - brachen die Verkehre gegenüber September 2014 um 25% ein, und nach einem relativ konstanten Oktober im November nochmals um 14%. Und dies trotz der Tatsache, dass im Herbst auch die zweite inländische Raffinerie, diejenige im Kanton Neuenburg, reparaturbedingt einige Wochen stilllag.

Der Niedrigwasserstand im Rhein führte also im Herbst dazu, dass der Nachschub von Mineralöl über das Wasser auf ein Minimum reduziert wurde. Ausserdem wurden kurzfristig Entnahmen aus den Pflichtlagern zugelassen. Zeitweise konnten die Schiffe nur noch zu 20% beladen werden, mit anderen Worten: Für dieselbe Ladungsmengen wurde die fünffache Anzahl Schiffe benötigt, was zum einen logistisch eine Herausforderung darstellte und zum anderen die Frachtraten in die
Höhe trieb.

Eine Steigerung der Importmengen um 42% resultierte dann im Dezember. Dies zum einen, weil sich die Wasserstände nach den sehnlichst erwarteten Regenfällen deutlich verbesserten. Zum anderen war eine deutliche Erhöhung der CO2-Steuer auf Heizöl zum 1. Januar 2016 angekündigt. Dies führte zwar im Gegensatz zur letzten Erhöhung vor einigen Jahren nicht zu einem grossen Run, bewegte aber doch wohl den einen oder anderen Kunden, den Tank noch vor dem Jahreswechsel zu füllen. Die Bedeutung der Steuererhöhung war aufgrund des ohnehin äusserst tiefen Preises für Mineralölprodukte aber stark limitiert.

Des Einen Freud, des Anderen Leid: Die Tankschifffahrt, die während Jahren mit im Markt vorhandenen, strukturellen Überkapazitäten zu kämpfen hatte, konnte aufgrund der stark gesunkenen Abladetiefen nun praktisch den gesamten Laderaum in Fahrt halten - und dies erst noch zu rentablen Raten.

Für 2016 ist mit einer erneuten Steigerung der Umschlagsmengen im Bereich Mineralölprodukten in den Schweizer Rheinhäfen zu rechnen. Zum einen bleibt es auf absehbare Zeit bei nur einer inländischen Raffinerie. Zum anderen dürften die Tanks bei den Kunden aufgrund der Rekordniedrigwasser im vierten Quartal eher tiefe Stände haben und nun in der Kälteperiode aufgefüllt werden müssen, wobei das aktuelle Preisniveau ebenfalls Kaufanreize bietet.

Auch mittel- und langfristig dürfte der Anteil des Bereichs Mineralölprodukte am Gesamtumschlag in den Schweizerischen Rheinhäfen hoch bleiben, selbst wenn aufgrund verschiedener Faktoren (verbrauchsärmere Motoren, Ersatz von Ölheizungen durch Alternativformen, Förderung erneuerbarer Energien etc.) der Verbrauch insbesondere von Heizöl und Benzin weiter abnimmt. Eine Erhöhung der inländischen Raffinerie-Kapazität ist nicht abzusehen. Nur der Rhein und die Häfen mit ihren Umschlags- und Lagerkapazitäten ist auch künftig in der Lage, die Landesversorgung in diesem Bereich zu sichern.

Landwirtschaftliche Erzeugnisse / Nahrungs- und Futtermittel

Bei den landwirtschaftlichen Erzeugnissen, fiel das 4. Quartal mit einer Menge von rund 58'000 t weit unter dem Vorjahr aus. Grund für diesen Rückgang waren das weiter anhaltende Niederwasser sowie stark fallende Preise, was dazu führte, dass keine Reserven gebildet wurden. Aufgrund der hohen Zölle war eine Verzollung der Ware Ende 4. Quartal uninteressant, d.h. ankommende Ware musste im Transit auf Lager gelegt werden. Ausschlaggebend für den schlechten Abschluss im 4. Quartal war vor allem der Monat November, welcher im Vergleich zum Vorjahr 21'000 Tonnen resp. 61 % schlechter abschloss.

Ähnlich wie bei den landwirtschaftlichen Erzeugnissen ist der Verlauf bei den Nahrungs- und Futtermittel auch hier, haben die fallenden Marktpreise und das weiter anhaltende Niederwasser dazu geführt, dass sich die Importe auf das Nötigste beschränkten. Im Vorjahresvergleich fielen vor allem die Monate Oktober mit -16 % (-7500 t) und November mit -23 % (-11'000 t) ins Gewicht.

Insgesamt hat sich der Rückstand auf das Vorjahr im 4. Quartal um 26'000 t erhöht und liegt damit bei 42'000 t. Weiterhin weisen die Marktpreise eine fallende Tendenz auf, was dazu führt, dass sich der Handel sehr ruhig verhält und abwartet.

Übrige Gütersparten

Mehr als eine Verdoppelung (+128,5%) resultiert im 2015 beim Import von festen Brennstoffe, dies allerdings bei einer Gesamtmenge von knapp 65'000 t, was immer noch weit entfernt ist von früheren Zahlen, als dieser Bereich ein Pfeiler des Hafenumschlags war. Es ist auch nicht anzunehmen, dass es sich um eine Trendumkehr handelt; vielmehr wurden im Frühjahr des Berichtsjahres sowie nach Verbesserung des Pegelstandes zum Jahresende einzelne Grossaufträge registriert.

Auf hohem Niveau verbleibt der Bereich Steine, Erden, Baustoffe mit gut 807'000 t im Import- und 177'000 t im Exportverkehr. Allerdings sind im 2015 Rückgänge um fast 20% im einkommenden und von knapp 8% im ausgehenden Verkehr festzustellen. Dies dürfte damit zu erklären sein, dass die Importe in dieser Sparte 2013 und 2014 über Erwarten hoch waren und nun eine gewisse Konsolidierung stattfand. Auch sind einige grosse Bauprojekte in der Region nun abgeschlossen worden.

Nach einem leichten Plus im Vorjahr verbleibt der Bereich Eisen, Stahl, NE-Metalle mit knapp 333'000 t im Berichtsjahr um 6% unter dem Vergleichswert; zu einem guten Teil sind dies Einfuhren von Stahlprodukten in die Schweiz und im Transit nach Italien sowie Aluminium-Einfuhren. Dass wieder Transitverkehre im Bereich Stahl stattfinden, ist als positiv zu werten, allerdings ist dies im Spotmarkt und noch weit von früheren Ladungsstärken entfernt. Der verwandte Sektor Erze und Metallabfälle verbucht mit +14% sogar eine deutliche Steigerung, ist aber in absoluten Zahlen bei einem Importvolumen von knapp 70'000 t nicht so bedeutend. Hier haben die inländischen Stahlwerke zum Aufwärtstrend beigetragen.

Unter den Erwartungen blieben die Importe von Chemischen Erzeugnissen mit einer Gesamtmenge von knapp 200'000 t und einem Minus von mehr als 15%. Der Exportverkehr in derselben Sparte blieb mit knapp 130'000 t (-13%) ebenfalls unter den Erwartungen. Hier ist die Frankenstärke zum Euro wohl am meisten zu spüren.

Quelle: Text Schweizerische Rheinhäfen , Februar 2016

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