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Antarktisforschungsstation Prinzessin Elisabeth (Belgien)
Versorgung der Station: Entladen in der Breid Bay
2015
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Princess Elisabeth Antarctica Research Station
Versorgung der Station: Entladen in der Breid Bay

Das Team der Forschungsstation Prinzessin Elisabeth fährt im Januar 2015 nordwärts zur Küste an der Breid Bay, um dort das Fachtschiff Mary Arctica zu treffen, die Schiffsladung an Land zu bringen und diese später hinauf zur Station zu transportieren. Ein rauer Seegang komplizierte allerdings den geplanten Entladevorgang.

Die Mary Arctic ist ein Containerschiff, welches auch andere Frachtarten in polaren Gewässern transportieren kann.

Ein Planwechsel

Wir sind am Donnerstag, dem 22. Januar 2015, um 22 Uhr zusammen mit vier Schneetraktoren auf den Weg von der Forschungsstation Princess Elisabeth hinunter zur Küste. Die Schneetraktoren ziehen jeweils drei oder vier Transportschlitten. Die Mary Arctica, das für Meereisfahrten konzipierte Frachtschiff aus Dänemark, nahm unsere Vorräte im Dezember 2014 im Seehafen von Zeebrugge (Zeebrügge) in Belgien an Bord. Das Schiff blieb während mehreren Tage in einem Seegebiet an der Küste der Ostantarktis bei 5°E-Längengraden wegen den Meereisverhältnissen blockiert.

Vor seiner Weiterfahrt zur Breid Bay sollte das Frachtschiff nach Plan Vorräte und den Treibstoff für die norwegische Station Troll entladen. Leider war der Zugang zur Küste auch dort durch eine massive Anhäufen von Meereis blockiert worden. Es bestand keine Hoffnung auf eine baldige Verbesserung der Eisbedingungen.

In der Zwischenzeit war Breid Bay völlig frei von Meereis und seine Gewässer ungehindert zu befahren. Alain Hubert war vor mehr als einer Woche mit einem Skidoo an der Küstegefahren, um die Eisbedingungen auf dem Weg zu überprüfen. GG, am IPF-Hauptsitz in Brüssel, hatte in der Zwischenzeit detaillierte Satellitenbilder der Eissituation in unserer Gegend an den Kapitän der Mary Arctica geschickt.

Mit Meereisbedingungen, welche in der Breid Bay zu diesem Zeitpunkt viel günstiger sind, und mit der tickenden Uhr im Zeitplan im Gedächtnis, entschied sich schliesslich der Kapitän des Frachtschiffs, nach Breid Bay zu fahren und zuerst unsere Vorräte zu entladen. Er hatte die Hoffnung, dass sich die Meereisbedingungen bei 5°E verbessern würden, bis er unsere Ladung abgefertigt hatte.

Für Freitagabend, dem 23. Januar 2015, wurde die Ankunft der Mary Arctica in der Breid Bay erwartet.

Einen grosse Konvoi unterwegs zur Küste

Ein Konvoi bewegt scih mit grosser Lärmentwicklung in Richtung Küste an der Breid Bay, welche sic hrund 200 Kilometer nördlich der Forschungsstation befindet. Der Konvoi bot einen beeindruckenden Anblick. Der Autor fuhr mit Alain im führenden Prinoth-Schneetraktor. Für die Hinfahrt rechneten wir mit einer Fahrzeit von 20 Stunden.

Irgendwann hat der Autor das Lenken des Traktors für ein paar Stunden übernommen, um Alain eine Chance zu geben, sich auszuruhen. Die Prinoths sind sehr leistungsstarke Maschinen, aber sie müssen mit einem kleinen Steuerrad sehr feinfühlig gelenkt werden. Es schien für eine so grosse und leistungsstarke Maschine unpassend, ein so kleines Lenkgerät zu haben.

Da wir der Leittraktor im Konvoi waren, mussten wir nur mit GPS navigieren. Auf dem Weg hinunter zur Küste konnten wir keinen alten Spuren folgen. Der Neuschnee hatte die Fahrspur von Alains Skidoo, die er bei einer früheren Fahrt zur Küste hinterlassen hatte, bereits wieder zugedeckt.

Ankunft in der Breid Bay

Die Mary Arctica war kurz vor uns angekommen. Ihr leuchtender, roter Rumpf lag nahe am Rand des Schelfeises.

Bei der Ankunft trafen wir uns mit der dänischen Crew, welche uns an Bord zu einer Begrüssungsmahlzeit einlud. Alain unterhielt sich mit dem Kapitän, und beide stimmten zu, sofort mit der Arbeit zu beginnen, um keine Zeit mehr zu verlieren.

Die Oberfläche des Schelfeises war 17 Meter über dem Meeresspiegel. Dies war genau die richtige Höhe für die Deckkräne auf der Mary Arctica, um Fracht direkt auf das Schelfeis zu entladen.

Entladevorgang mit Schwierigkeiten

Die Besatzung der Mary Arctic trieb Stahlpfähle ins Eis, um das Schiff am Schelfeisrand zu sichern. Doch sobald das erste Kabel angezogen wurde, riss der Verankerungshaken aus dem Eisboden. Der Grund dafür wurde bald offensichtlich: Ein Sturm vor der Küste sorgte für hohen Wellengang und starke Winde. Das Schiff wackelte drei oder vier Meter mit jeder ankommenden Wellen.

Der Kapitän musste eine mutige Entscheidung treffen: Er versuchte, das Schiff ohne Liegeleinen stabil und an Ort und Stelle zu halten, wobei er nur die Propeller- und Bugantriebe des Schiffes einsetzte. Es war keine ideale Situation, aber etwas musste getan werden.

Und so begann die Arbeit. Zuerst wurden unsere Abfallbehälter und der Tiefkühlschrank mit den kostbaren Eiskernproben, die unsere Glaziologen-Freunde in den Frachtraum des Schiffes geladen. Es erwies sich als eine schwierige Aufgabe für den Kranführer. Er musste einen Weg finden, die vier Verankerungshaken seines Steuerkrans direkt auf die vier Ecken der Container zu herab zu senken.

Meereis
Arktisches Meereis
Meereis auf polaren Meeren Meereisarten
Schelfeis
Kombinierter Verkehr
Seegüterumschlag Roro, Lolo, Container ...

Um 22 Uhr hatten wir 10 Container auf das Schelfeis abgesetzt. Wir schliefen gerne in einem der leeren Behälter ein. Die Mary Arctica fuhr auf das offene Meer hinaus, um eine Nacht in ruhigeren Gewässern zu verbringen. Die Arbeit würde am nächsten Morgen um 7 Uhr wieder aufgenommen.

"Mit Mittag sollten wir fertig sein", sagte Alain.

Doch am Morgen war der Wellengang schlimmer als bevor. Der Kapitän unternahm zwei tapfere Versuche, sein Schiff neben dem Rand des Schelfeises zu positionieren, aber es erwies sich als zu gefährlich. Wir mussten bis zum frühen Nachmittag warten, als die Flut eine grosse Bank aus gebrochenem Meereis hinschob, die ausreichte, um die Amplitude des Wellengangs etwas zu dämpfen.

Endlich geschafft!

Es war kurz vor Mitternacht, als wir 27 Container auf das Eis entladen hatten. Wir hatten auch mehrere Schlittenladungen mit Bauholz und zwei glänzende brandneue Fahrzeuge abgerladen. Wir konnten den mit Spannung erwarteten modifizierten Toyota Hiluxes mit Ketten statt Reifen in Empfang nehmen. Die neuen Fahrzeuge sind mit ihrenl eistungsstarken 4x4-Antrieben der Stolz und die Freude unseres Chefmechanikers Kristof Soete.

Die Toyota Hiluxes sind eine sehr willkommene Transportalternative zu den langsamen, kraftstofffressenden Prinoths und den Skidoos, mit denen man nicht viel transportieren kann. Die modifizierten Hiluxes können fünf Passagiere und eine Menge Ausrüstung befördern und bis zu 50 Kilometer pro Stundeschnell fahren. Das Leben wird daher für Wissenschaftler, die in Zukunft auf Feldexpeditionen gehen, viel einfacher.

Quelle: Originaltext Jos Van Hemelrijck, International Polar Foundation 2015
Text: RAOnline mit Hilfe des Firefox Übersetzungstools

Die Breid Bay ist Teil der Prinzessin-Ragnhild-Küste am Rand von Königin-Maud-Land (Dronning Maud Land). Der Küstenabschnitt reicht von 20°E bis 30°E. Breid Bay heisst breite Bucht. Breidvika ist ein norwegisches Wort und heisst auf deutsch Breite. Prinzessin Ragnhild war eine populäre Angehörige des norwegischen Königshauses. Die Königin Maud war die erste Königin im Königreich Norwegen. Der Sektor der Antarktis zwischen 20°W und 45°E, in welchem auch das Königin-Maud-Land liegt, wird von Norwegen beansprucht. Dieser Anspruch wird von der internationalen Staatengemeinschaft nicht anerkannt (siehe: Anarktisvertrag ). Diese Küstenabschnitte erhielten mehrheitlich norwegisch geprägte Namen.
Schiffe, welche die polaren Gewässer befahren wollen, müssen den international gültigen Polar Code der IMO (International Maritime Organization) erfüllen.

Kombinierter Verkehr Stück- und Massengut-Umschlag
Forschung in der Antarktis
Australien Australian Antarctic Division (AAD)
Grossbritannien British Antarctic Survey (BAS)
Belgien Princess Elisabeth Antarctica Research Station
Deutschland Alfred-Wegener-Institut (AWI)
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Österreichisches Polarforschungsinstitut

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