RAOnline EDU Biologie - Moorlandschaften in der Schweiz - Alpine Naturlandschaften: Alpine Auenlandschaft Steinalp im Gadmental (Kanton Bern)
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Alpine Auenlandschaft auf der Steinalp im Gadmental (BE)

Die Gletschervorfelder und die innerhalb oder ausserhalb liegenden alpinen Schwemmebenen unterliegen fortlaufenden Veränderungen aufgrund der Einwikrung von Naturkräften wie Abtragung, Ablagerung und Überschwemmungen. Als Folge des Klimawandels waren in den letzten Jahrzehnten keine markanten Gletschervorstösse zu beobachten. Das Abschmelzen des Gletschereiskörpers erzeugt vor allem in den Sommermonaten einen unablässigen Schmelzwassersabfluss, welcher für eine kontinuierliche Umgestaltung der Landschaft und seiner Lebensräume sorgt.

In den Gletschervorfeldern haben sich alpine Auen und Moore entwickelt. Auf Flächen wie die Uferpartien von Bergbächen, welche besonders stark von Veränderungen betroffen sind, konnten sich nur sehr widerstandsfähige und genügsame Pflanzen festsetzen. Das Wachstum dieser Pflanzen wird von extremen Lebensbedingungen beeinflusst, welche von Überflutungen, Überdeckungen mit Sedimentmaterial, intensiver Geschiebetransport und von der Wirkung von Erosioskräftenn bestimmt werden.

Die Vegetation in den Gletschervorfeldern ist vielfältig. Pioniervegetation, Ufergesellschaften und Quellfluren, Flachmoorgesellschaften, Rasengesellschaften, Staudenfluren und Gebüsche sowie Auenvegetation und Wald teilen sich diesen Lebensraum.

Eine alpine Auenlandschaft im Wandel

Die alpine Auenlandschaft auf der Steinalp ist wie alle anderen Auengebiete einem ständigen Wandel unterworfen. Je nach Wasserstand in den sie durchfliessenden Gewässern verschieben sich mehr oder weniger Geschiebe und Feinmaterial talwärts. Bei tiefem Wasserstand halten sich Erosion und Akkumulation in etwa die Waage. Material, welche abgetragen wurde, wird weiter unter wieder abgelagert. Die mäandrierenden Wasserläufe im Auengebiet verändern sich daher ständig.

Eine Bildfolge aus der oberen Steinalp zeigt, die sich innerhalb von 15 Jahren verändernde Landschaft. Zwei grössere Feldblöcke im Sander des Steingletschers blieben allerdings innerhalb der beobachteten Zeitspanne praktisch unverändert im Flussbett liegen. Während sich das Umfeld um die beiden Blöcke herum stark verändert hat, vermochten die vorbei fliessenden Wassermassen innerhalb von eineinhalb Jahrzehnten den gelb eingerahmten Felsblock (siehe Bilder) und auch den an der linken Seite eines kleinen Hügels liegenden Block nicht sichtbar zu verschieben.

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Pionierpflanzen sind Pflanzen, welche die Vegetationsentwicklung in bestimmten Lebensräumen wie den Auen einleiten. Pionierpflanzen können sich den oft schwierigen Lebensbedingungen besser anpassen. Es sind in der Regel nur wenige Pflanzenarten, welche in den ersten Jahrennach einem Naturereignis die Standortbedingungen erfüllen. So ist der Alpen-Knorpelsalat eine typische Pionierpflanze auf frisch angeschwemmten Kiesbänken im Flussbett.

Erste Pionierpflanzen beginnen das Land schon kurz nach einer Überschwemmung, einem Vulkanausbruch, einem Waldbrand, einem Erdrutsch, dem Rückzug des Eises usw. zu besiedeln. Im Verlauf der Zeit wandern auch andere, weniger spezialisierte Pflanzenarten ein. Die Vegetationsdecke in dem von einem Naturereignis betroffenen Gebiet wird allmählich dichter. Die Pflanzendecke schliesst sich, wenn sich der Bodenaufbau ebenfalls gut entwickelt. Der Aufbau einer der geografischen Lage (geografische Länge und Breite, Höhe) angepassten Pflanzengesellschaft kann Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte dauern. Ökosysteme, welche im Aufbau begriffen sind, reagieren besonders empflindlich auf Störungen, Eingriffe und Veränderungen.

Zu den Glazialfächen im Gletschervorfeld gehören Moränenschutt- und Felsflächen im Bereich der Grundmoränen sowie an den meist steilen Hängen auf beiden Talseiten. Die noch nicht sehr lange eisfreien Flächen scheinen vegetationlos. Auf den stark den Erosionskräften ausgesetzten Schutt- und Felsflächen wird allerdings langsam, aber stetig von Pionierpflanzen besiedelt. Auf stabileren Flächen vermag sich mit einsetzender Bodenbildung eine dünne und verletzliche Vegetationsdecke zu bilden. Neben den Pionierpflanzen wachsen mit der Zeit auch Arten aus Pflanzengesellschaften, die ausserhalb der Gletschervorfelder gedeihen.

Text: RAOnline
Quelle: BAFU, aus Faktenblätter Auen 2008

Bodenbildung

Die Entwicklung der Bodenbildung wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst.

Ein wichtiger Entwicklungsfaktor ist der Wasserhaushalt des Bodens, welcher von folgenden Parametern bestimmt wird:

- Niederschlagsmenge
- Niederschlagsverteilung
- Frost und Bodenwärme
- Verdunstungsrate
- Bodengefüge in seiner Wirkung auf die Infiltration, Perkolation (Sickerwasser), Wasserstau und den Oberflächenabfluss

Die topografische Lage (Bsp. Talböden mit Grundwassereinfluss usw.) beeinflusst ebenfalls den Wasserhaushalt und somit die Entwicklung der Böden.

Text: RAOnline
Quelle: aus Klassifikation der Böden der Schweiz, Eidgenössische Forschungsanstalt für Agrarökologie und Landbau FAL Zürich-Reckenholz (neu: Agroscope) und BodenkundlicheGesellschaft der Schweiz BGS, 2002
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