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Piraterie auf den Weltmeeren
Angriffe auf Handels- und Versorgungsschiffe

Die von Piraten aus Somalia heimgesuchten Gewässer vor der Küste von Ostafrika und der Golf von Guinea in Westafrika bleiben für die Handelsschifffahrt weiterhin die gefährlichsten Regionen der Welt. Im Golf von Aden wurden 2012 25% aller Piratenangriffe weltweit gezählt.

Die Somalischen Piraten verübten 2012 insgesamt 75 Überfälle auf Handelsschiffe. Die Zahl der Angriffe konnte auch durch das Eingreifen der Internationalen Seestreitkräfte in den letzten zwei Jahren beträchtlich reduziert werden. 2011 waren die Piraten aus Somalia für 237 Angriffe verantwortlich.Die Zahl der Schiffsentführungen sank 2012 auf 14 Fälle. 2011 waren es noch doppelt so viele Entführungen.

Im ersten Halbjahr 2013 wurden durch das " International Chamber of Commerce (ICC) International Maritime Bureau (IMB) Piracy Reporting Centre (PRC)" im Golf von Aden 8 Piratenattacken registriert. Die Zahl der Angriffe nahm in letzter Zeit ab. Als Gründe für diese Entwicklung liegen wahrscheinlich die verstärkten Sicherheitsmassnahmen in dieser Region sowie die für die Piraten häufig schlechten Wetterbedingungen. Das Wetter im Golf von Aden und auch das Wetter in Somalia wurde vermehrt durch tropische Zyklone beeinflusst.

Vor Somalia werden in der Regel ganze Schiffe mit der gesamten Besatzung gekapert und entführt.

Im Golf von Guinea hat sich in den vergangenen zwei Jahren die Anzahl der Piratenüberfälle erhöht. Die Angriffe wurden dabei immer brutaler ausgeführt. Mit Waffengewalt werden und wurden Besatzungsmitglieder bedroht, entführt,misshandelt und als Lösegeldpfand unter misslichen Umstanden gefangen gehalten.

Auch 2013 wurde aus diesem Gebiet nach einem Überfall wieder ein getöteter Matrose gemeldet und 5 Verletze. 2012 wurden 4 Tote gemeldet.

Die Piraten konzentrierte ihre Überfälle auf die Versorgungsschiffe der Ölfirmen, welche ihre Ölbohrplattformen vor der Küste mit Gütern beliefern. Die Piraten haben es auf die Ladung und die Wertsachen abgesehen. Neuerdings werden auch Geiseln zum Erpressen von Lösegeld genommen.Das IMB schätzt, die Anzahl der tatsächlich verübten Piratenangeriffe wesentlich höher sei als die offiziell von den Behörden gemeldeten Zahlen. Die labile innenpolitische Lage in einigen westafrikanischen Ländern ist mitverantwortlich, dass sich die Seeräuber immer ungenierter bedienen können.

Die Piraten operieren rund 100 Seemeilen oder rund 160 km von Küste entfernt. Die Piraten benutzen für diese Attacken kleinere Handelsschiffe als Versorgungsbasis. Diese Mutterschiffe haben die Seeräuber zuvor entlang der Küste in ihre Gewalt gebrachtund diese dann für ihre Zwecke umgebaut.

Die Pisten haben dabei ihre Rückzugsbasen vor allem in Benin, der Elfenbeinküste, Gabun, Togo und Nigeria.

In Indonesien wurden 2012 48 Piratenangriffe beobachtet. 43 Schiffe wurden dabei von den Piraten geentert.

1992 wurde das Piracy Reporting Centre des International Maritime Bureau (IMB) in Kuala Lumpur gegründet. Das Zentrum sammelt Meldungen über Piraterie und wertet sie aus. Ausserdem hilft es bei der Suche nach geraubten Schiffen. Brennpunkte der Seeräuberei sindinsbesondere die Gewässer Indonesiens, die Strasse von Malakka sowie die Küsten vor Somalia und Westafrika. Die durch Piraterie verursachten Schäden belaufen sich pro Jahr auf von Dutzende von Milliarden Franken.

Zur Verbesserung der Sicherheitslage wurden auf den Schiffen der Ship Security Officer (SSO, Schiffssicherheitsoffizier) und in den Reedereien der Company Security Officer (CSO, Reedereisicherheitsoffizier) eingeführ . Im Hafenbereich ist der Port Facility Security Officer (PFSO, Hafensicherheitsoffizier) für die Sicherheit der Schiffe verantwortlich.

80% aller Güter werden auf den Weltmeeren transportiert. Der Schutz der Handelsschiffe vor den Piratenüberfällen in den tropischen und subtropischen Meeren stellt für die Reedereien, die Versicherungsgesellschaften und die Staatengemeinschaft fordert einen immer grösseren organisatorischen und finanziellen Aufwand.

Vor allem die Piraten, welche im Golf von Aden von Somalia oder der Insel Sokotra aus operieren, haben aufgrund ihren Lösegelderpressungen ein grosses kriminelles Potenzial aufgebaut. Die Piraten begegnen dem militärischen Druck der internationalen Staatengemeinschaft mit neuen Angriffstaktiken. Die Piraten starten ihre Beutezüge vermehrt mit zahlreichen Schnellbooten von ihren zuvor gekaperten Mutterschiffen aus. Auf diesen Mutterschiffen, welche sich in den internationalen Gewässern aufhalten, dienen Geiseln als menschliche Schutzschilder vor möglichen Angriffen der in diesen Gewässern kreuzenden Fregatten der internationalen Schutztruppen. Dank dem reichlich fliessenden Lösegeldern bewaffnen sich diese Kriminellen immer besser. Die Militärs müssen sich bei ihren Säuberungs- und Schutzoperationen an das internationale Seerecht halten.

Im Golf von Guinea vor der Küste von Westafrika kopieren die hier operierenden Piraten vermehrt die Strategien der Seeräuberbanden vor Somalia. Auch in diesem Seengebiet ist eine zunehmend stärkere Brutalisierung der ausgeführtten Angriffe zu beobachten.

2011 gaben die beteiligten Partner nach Schätzungen der Organisation "Oceans Beyond Piracy" insgesamt rund 6,5 Milliarden US$ zur Sicherung der auf den Weltmeeren transportierten Handelsgüter aus. Die chinesischen Reederei COSCO Shipping Co., Ltd. verlangte 2013 für den Transport durch den Golf von Aden von ihren Kunden einen Gefahrenzuschlag. Die COSCO plant einen Teil ihrer maritimen Transporte nach Europa künftig auf einer neuen Seeroute durch die Arktis durchzuführen. Erste Testfahrten der COSCO sind erfolgreich verlaufen.

Rückversicherungsgesellschaften wie die Münchener Rückversicherungsgesellschaft beschäftigen sich seit Jahren mit der Piraterie auf den Weltmeeren. Diese Firmen sowie Organisationen wie"Oceans Beyond Piracy"oder das "Piracy Reporting Centre" beliefern an diesem Thema Interessierten mit weiteren Informationen (siehe Linkliste).

Quelle: International Chamber of Commerce (ICC) International Maritime Bureau (IMB) Piracy Reporting Centre (PRC)", November 2013 (Text: RAOnline)

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IMB Piracy Reporting Centre
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Maritime Piracy Humanitarian Response International Maritime Organization (IMO)
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