Gletscherforschung in der Schweiz
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Gletscher in der Schweiz Forschung
Abdeckung Gurschenfirn am Gemsstock
Gletscher-Projekt in Andermatt
Erfolgreiches Gletscherprojekt in Andermatt
Abfahrtsrampe vom Gemsstockgipfel
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Abdeckung Abfahrtsrampe zum Gurschenfirn am Gemsstock/Andermatt
Gletscherabdeckung Sommer 2005

Die Andermatt Gotthard Sportbahnen AG hat am 10. Mai 2005 die Abfahrtsrampe vom Gemsstockgipfel auf den Gurschenfirn punktuell, mit einem speziellen Vlies eingepackt, um diesen Teil vor den Witterungseinflüssen (Sonne, Schmutz, Wärme) zu schützen.

Gegen Ende September 2005 hat man die Abfahrtsrampe zu 80% von diesem Vlies befreit und wieder "ausgepackt" und fachgerecht eingelagert. Das Resultat war für alle verblüffend.

Ungefähr 80% der Schnee- und Eismassen blieben dank dieser Abdeckung erhalten. Ohne dieses Gebilde wäre diese Rampe wieder in einem so schlechten Zustand wie im Herbst 2003.

Die eigentlichen Resultate werden durch die ETH Zürich mit Dr. Andreas Bauder, ausgewertet. Ebenfalls werden die dafür aufgewendeten finanziellen Aufwendungen analysiert.

Voraussichtlich wird die Andermatt Gotthard Sportbahnen AG im Monat Mai 2006 dieses Projekt weiterverfolgen und diese Abfahrtsrampe etwas erweitert wieder in einen "Sommermantel" einhüllen. Für diesen Akt werden wir wie beim ersten Mal wieder eine Baubewilligung bei den zuständigen Behörden einfordern.

Ein Stück dieses Spezialvlieses wird nun im Labor der Firma Landolt in Näfels (Hersteller und Lieferant dieses Vlieses) untersucht, um für die Zukunft noch weitere Verbesserungen anbringen zu können.

Kurz- und mittelfristig ist diese Massnahme aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen für die Andermatt Gotthard Sportbahnen AG am sinnvollsten.

Zusammengefasst können wir sicherlich jetzt schon festhalten, dass das Resultat für uns sehr erfreulich ist und sich die Aufwändungen dafür sehr gelohnt haben, ohne den medialen Effekt dabei berücksichtigt zu haben.

Die Medienkonferenz wurde von 84 Medienleuten aus der ganzen Welt besucht und uns sind rund 1'150 Medienberichte um die ganze Welt bekannt. Diesen Wert in Franken umzusetzen scheint unmöglich, dürfte aber die Einnahmen der Andermatt Gotthard Sportbahnen AG der nächsten 20 Jahre mit Sicherheit überbieten.

Quelle: Text Andermatt Gotthard Sportbahnen AG, Januar 2006

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Abfahrtsrampe vom Gemsstockgipfel auf den Gurschenfirn

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2005: Gletscherprojekt in Andermatt

Eine 2 m dicke Schnee- und Eisschicht bleibt erhalten

Die Erwartungen haben sich erfüllt. Durch den Einsatz von 3'000 Quadratmetern Gletscherschutzvlies Ice Protector Optiforce® bei der Bergstation am Gemsstock in Andermatt konnte das Wegschmelzen von Schnee und Eis weitgehend gestoppt werden.

Das Problem hat sich seit einigen Jahren zunehmend verschärft. Vor 15 Jahren konten die Skifahrer von der Bergstation ungehindert auf die Piste gelangen und dort die Gletscher-Abfahrt nach Andermatt in Angriff nehmen.

Seither hat sich jedoch der Gletscher um rund 20 m abgesenkt und der Zugang war nicht mehr gewährleistet. Das bewirkte, dass jeden Herbst unter grossem Personal- und Maschinenaufwand eine Rampe aus Schnee gebaut werden musste, um den ständig grösser werdenden Niveau-Unterschied zu überwinden.

Im Frühling 2005 nun wagten sich die Verantwortlichen der Andermatt-Gotthard Sportbahnen an einen spektakulären Versuch. Die Schneerampe und der oberste Teil des Gletschers wurden mit einem neuartigen Vliesstoff der Firma Fritz Landolt AG, Näfels, abgedeckt.

Unter der wissenschaftlichen Begleitung des ETH-Glaziologen Dr. Andreas Bauder wurde das Projekt während der vergangenen Wochen fortlaufend ausgewertet.

Die Resultate sind durchwegs positiv und bestätigen das innovative Konzept der Projektverantwortlichen. Unter der Abdeckung konnten bis zum Ende des Versuchs rund 2 m Schnee und Eis konserviert werden. Auch das spezielle Befestigungssystem hat sich bewährt. Es hat Wind und Wetter getrotzt und die Abdeckung war auch am Ende der Versuchsperiode noch gut fixiert.

Mitte September wurde das Vlies zusammengerollt und eingelagert. Im nächsten Frühling soll es wieder eingesetzt werden.

Das internationale Medienecho auf das Projekt hat die Aufmerksamkeit weiterer Bergbahnen geweckt. Inzwischen sind mehrere, ebenfalls erfolgreiche Versuche in der Schweiz im Gange. Zudem sind in Näfels sogar Anfragen aus übersee eingetroffen. Auch weitere Anwendungsmöglichkeiten für das Vlies werden geprüft.

Quelle: Andermatt Gotthard Sportbahnen AG, November 2005

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2005: Gletscherprojekt in Andermatt

Gemsstock: Abfahrtsrampe mit Vlies eingedeckt

Seit über 40 Jahren ist der Gemsstock (2'961 m ü.M.) der Ausgangspunkt für Skiabfahrten über den Gurschenfirn, die Sonnenpiste zur Mittelstation Gurschen (2'222 m ü.M.) und einzigartige Varianten und Touren im Gotthardgebiet. In den vergangenen 15 Jahren hat sich der Gurschenfirn ab der Bergstation um rund 20 m abgesenkt. Ohne "Kunstbauten" ist es nicht mehr möglich, zu Beginn einer Wintersaison ab der Bergstation Gemsstock die Pisten und Varianten auf dem abgesunkenen Gletscher zu erreichen.
Das Personal der Andermatt Gotthard Sportbahnen AG hat in den vergangenen Jahren eine Rampe auf den Gletscher mit einem eigens entwickelten Verfahren erstellt. Mit dem jährlichen Schneefall im Frühherbst und Winter ergibt sich eine solide Schneedecke, welche anschliessend mit den Pistenfahrzeugen wie eine normale Skipiste bearbeitet werden kann.

Die Problematik stellt sich jeweils im Sommer, wenn der Schnee und der Firn abschmelzen. So wird es jeden Herbst in der Vorsaison sehr problematisch über diese Rampe auf den Gletscher zum Skifahren zu gelangen.

Mit einem enormen Arbeitseinsatz und Maschinenaufwand ist es unserem Pistendienst bis anhin gelungen, eine Abfahrt auf den Beginn der Wintersaison herzurichten. Es brauchte aber immer noch das Glück, dass rechtzeitig im Oktober/November natürlicher Schnee fiel, da an dieser Stelle eine technische Beschneiung infolge fehlender Infrastruktur (Strom und Wasser) nicht möglich ist.

Auf dem Markt ist nun geeignetes Abdeckmaterial erhältlich, welches die Schneeschicht vor Wärmeeinstrahlung und UV-Strahlen schützt und so die Schnee- und Gletscherschmelze in diesem Bereich weitgehend verhindert.

Die Andermatt Gotthard Sportbahnen AG haben am 10. Mai 2005 eine Fläche von ca. 2'500 m2 mit Vlies eingekleidet. Mit diesem Vlies wurde die ganze Abfahrtsrampe, Felspartien und Firn beim Abgang Nord des Gletschers abgedeckt. Im Herbst 2005 wird das Vlies wieder abgebaut und eingelagert, um dieses im nächsten Sommer wieder einsetzen zu können.

Quelle: Andermatt Gotthard Sportbahnen AG, Mai 2005

Skigebiet Andermatt - Gemstock: «Snowfarming» für frühen Saisonstart

Um am Andermatter Hausberg Gemsstock einen frühen Saisonstart zu ermöglichen, wurden im Hinblick auf die Wintersaison 2017/18 am Gemsstock-Gletscher sowie am St. Anna-Gletscher Schneedepots erstellt. Durch den konsequenten Einsatz von Snowfarming konnten an beiden Orten je rund 25'000 m3 Schnee in bester Qualität vor dem Schmelzen geschützt werden. Dazu wurden an beiden Orten je rund 10'000 m2 Vlies verlegt. (Quelle: Andermatt Swiss Alps, September 2017)

Der Gemsstock und seine Luftseilbahn ist Teil der SkiArena Andermatt-Sedrun, welche von der Andermatt Swiss Alps betrieben wird.

Die Gemsstockbahnen kennen gegenwärtig nur den Winterbetrieb. In den Wintermonaten werden die Schneesportlerinnen und Schneesportler von Andermatt über die Gurschenalp zur Bergstation auf dem Gemsstock transportiert. Der oberste Teil der Skipisten führt über den Gurschenfirn.

Der Gurschenfirn ist seit Beginn dieses Jahrhundert wie die meisten Gletscher in der Schweiz auf dem Rückzug. Als Folge der fortwährenden Eisschmelze hat der Gurschenfirn beträchtlich an Dicke eingebüsst. Weil sich die Gletscheroberfläche absenkt hat, ist heute der Zugang von der Bergstation der Luftseilbahn auf die Gletscherpisten nicht mehr direkt möglich. Angestellte der Andermatt Gotthard Sportbahnen (heute der SkiArena Andermatt-Sedrun) sorgen Jahr für Jahr dafür, dass die Schneesportfreunde über die natürliche Zufahrtsrampe auf den Gletscher gelangen können.Die Zufahrt muss jährlich an die geänderten Verhältnisse angepasst werden. Seit 2005 kommen im Gipfelbereich Vliesbahnen zum Einsatz, welche den Schnee auf der Eisfläche und den Gletscher selbst vor dem Abschmelzen während den Sommermonaten schützen.

Die Verlegung der teilweise über 160 Vliesrollen ist aufwändig und erfolgt jedes Jahr neu. Rund 1'000 - 1'300 Sandsäcke und rund 500 mit gefüllte Wasserschläuche beschweren die Vliesflächen. Mit diesen Schutzmassnahmen ist es gelungen, die Gletscherdicke unterhalb der Bergstation wieder zu vergrössern.

Schneemangement = Snowfarming

Zusätzliche werden jedes Jahr entlang der Skipisten zwischen der Gurschenalp und dem Gemsstock zahlreiche Schneedepots angelegt, welche im Winter bzw. Frühling mit Schnee versorgt werden. Das grösste Schneedepot befindet sich im oberen Teil des Gurschenfirns. Das Volumen des in den Depots gelagerten Schnees (rund 200'000 m3)und seine die mit Vlies abgedeckte Fläche (ca. 38'000 m2) variiert von Jahr zu Jahr.

Rund 75% des in den Depots gelagerten Schnees kann im Spätherbst für die Pistenpräparierung eingesetzt werden. Die Betreibergesellschaft kann durch die Depotbewirtschaftung die Kosten für den Pistenaufbau und - unterhalt senken, weil sie viel weniger Wasser und Strom für dieses Vorhaben benötigt.

(Quelle: Andermatt Swiss Alps, Mai 2021)

Gurschenfirn UR
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