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Wasserstrassen
der Welt: Strasse von Hormus
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Wasserstrassen Oman - Iran Strasse von Hormus |
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Informationen über den Strasse von Hormus |
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| Strasse von Hormus (Oman - Iran) |
Die Strasse von Hormus verbindet das Arabische Meer über den Golf von Oman mit dem Persischen Golf. Die Anrainerstaaten des Persischen (Arabischen) Golfs sind Saudi-Arabien, Katar, Bahrain, Kuwait, Irak, Iran, Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate. Alle Anrainerstaaten fördern Rohöl und Erdgas aus dem Meeresgrund des Golfs. Der überwiegende Teil der geförderten Rohölmenge wird mit Tankschiffen durch diese Meerenge transportiert.
Die Meerenge ist an ihrer engsten Stellen zwischen dem iranischen Festland und der Nordspitze von Musandam, welches zum Sultanat von Oman gehört, 54 km breit.
Die in den und aus dem Golf fahrenden Handelsschiffe und Öltanker teilen sich Fahrstrasse von rund 3,7 km (= 2 Seemeilen) Breite. Beidseits dieser Fahrstrasse besteht eine je rund 1,85 km (= 1 Seemeilen) breite Sicherheitszone. Die omanische Regierung hat den befahrbaren Seeweg aus Sicherheitsgründen zusätzlich verschmälert, in dem sie angeordnet hat, dass die Schiffe nördlich der drei Inseln des Salamah Archipels durchfahren müssen. Durch diese Anordnung ist die schmalste Stelle der Passage zwischen der grossen Quoin-Insel (Oman) und der iranischen Insel Larak nur noch wenig über 38 km breit. Das Salamah Archipel liegt nördlich der omanischen Halbinsel Musandam. An dieser Stelle verlaufen die Fahrwege der Strasse von Musandam vollständig auf dem Hoheitsgebiet des Sultanats von Oman.
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Weiter westlich von Musandam verläuft der Seeweg im Persischen Golf an einigen iranischen Inseln vorbei. Schiffe, welche nach der Passage des Golfs von Hormus in Richtung der Häfen entlang der Küste der Vereinigten Arabischen Emiraten VAE weiterfahren, müssen vorerst Meeresflächen durchqueren, in welcher der Verlauf der Staatsgrenze zwischen den VAE und dem Iran umstritten ist. Die Hoheitsrechte über die Insel Abu Musa sowie der beiden weiter nördlich liegenden Tonb-Inseln werden sowohl von den VAE wie auch vom Iran beansprucht. Der Iran hat vor einiger Zeit diese Inseln militärisch besetzt.
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Im Gegensatz zu bedeutenden internationalen Wasserstrassen wie dem Panama-Kanal oder dem Suez-Kanal gibt es keine international anerkannte Aufsichtsbehörde über die Strasse von Hormuz. Weder das internationale Seerecht noch andere internationale oder zwischenstaatliche Abkommen oder Vereinbarungen ordnen die Besitzrechte oder den Schiffsverkehr in dieser Region. Die Weltmächte und die Regionalmächte haben ihre eigenen Vorstellungen über die Machtansprüche in dieser Gegend.
Lediglich zwei Rohöl-Pipelines verbinden den Persischen Golf mit dem Golf von Oman bzw. dem Roten Meeren. Die vom saudische Ölkonzern Aramco betriebene Pipeline (Abqaiq-Yanbu pipeline system (East-West CrudePipeline or Petroline)), welche Saudi-Arabien vom Abqaiq Verarbeitungszentrum bei Ras Tanura am Persischen Golf nach Yanbu am Roten Meer durchquert, vermag 5 - 7Millionen Barrel pro Tag Rohöl zu befördern. Die Pipeline von Abu Dhabi VAE nach Fujairah VAE (Abu Dhabi Crude Oil Pipeline (ADCOP)) ist 400 km lang und leitet Öl aus den Erdölfelder um die Stadt Habshan weist eine Transportkapazität von 1,8 Millionen Barrel pro Tag auf.
Der Iran hat die Goreh-Jask Pipeline gebaut, um die Strasse von Hormus zu umgehen. Die iranische Pipeline verläuft vom Ölterminal von Goreh (Provinz Buschehr), einer Küstenstadt nördlich der Insel Karg (Charg), über die südliche Provinz Fars nördlich von Bandar-e Lengeh (Provinz Hormozgan) und weiter nach Bandar-e Abbas (Provinz Hormozgan) und zum Ölterminal von Bandar-e- Jaks (Provinz Hormozgan) westlich von Dibba (VAE/ Oman). Das Pipeline-Projekt wurde im Juli 2021 nach rund 2 Jahren Bauzeit vollendet. Die Pipeline ist rund 1'100 km lang. Das Öl fliesst durch Rohre mit einem Durchmesser von 42 Inches (ca. 106,7 cm bei 1 inch = 2.54 cm). Die beim Bau geplante Durchflusskapazität von maximal 1 Million Barrel pro Tag wurde bisher mit rund 300'00 Barrel pro Tag noch nicht erreicht. Seit 2024 wird offenbar kein Öl mehr durch diese Pipeline geleitet. (Quelle: IEA).
Durch die Strasse von Hormus werden täglich rund 20 Millionen Barrel pro Tag. Barrel Rohöl-Kondensat bzw. Ölprodukte verschifft, das sind rund ein Viertel der weltweit transportierten Rohölmenge. Katar ist der weltweit grösste Exporteur von Erdgasprodukten. Katar exportiert fast seine gesamte Menge an verflüssigtem Erdgas durch die Meerenge von Hormus. Der grösste Anteil der Öl- und Gasprodukte, welche aus dem Persischen Golf durch die Strasse von Hormuz transportiert werden, gelangt nach Fernost, vor allemnach China und Indien(2024: rund 50%) geliefert. (siehe: Erdölförderung 2024)
Die Islamische Republik Iran transportiert den Grossteil der im Land geförderten Rohölmenge vom Ölterminal auf der Insel Kharg (Charg) aus durch die Strasse von Hormus in den Indischen Ozean. Diese Ölexporte, welche mehrheitlich nach asiatischen Häfen verschifft werden, sind die Hausteinnahmequelle des Irans.
| Text: RAOnline 2026, Infoquellen: IEA , OPEC 2026 |
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