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Wildtiere: Der Wolf in der Schweiz
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Graubünden Quartalsbericht Grossraubtiere 3 - 2024
Sep 2024
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CH Wölfe im Kanton Graubünden
September 2024
Quartalsbericht Grossraubtiere 3 - 2024

Rudelsituation

Aktuell leben mindestens dreizehn Rudel auf dem Kantonsgebiet. Zum Vergleich ist der letzte Quartalsbericht (2. Quartal des Kalenderjahres 2024) unter folgendem Link aufzurufen (Quartalsbericht 2/2024 auf www.wolf.gr.ch).

Stagiasrudel:
Das Streifgebiet des Stagiasrudels erstreckt sich über die Gemeinden Disentis/Tujetsch/Medel (Lucmagn). Bei den Elterntieren des Rudels handelt es sich um den aus dem Tessin zugewanderten Wolfsrüden M187 und der Stagias-Jungwölfin F105. Am 11. Juli 2024 wurden acht Welpen durch die Wildhut nachgewiesen.

Valgrondarudel:
Das Territorium des Valgrondarudels umfasst das Gebiet südlich des Vorderrheins zwischen Disentis und Ilanz und erstreckt sich im Lugnez südlich über den Glenner hinaus. Nach Westen umfasst es Teile der Gemeinden Disentis und Medel (Lucmagn). Ende Juli 2024 konnte ein Welpe durch die Wildhut bestätigt werden.

Vorabrudel:

Das Vorabrudel ist nach aktuellen Kenntnissen nördlich des Vorderrheins zwischen Waltensburg und Trin sowie südlich des Vorderrheins bei Valendas und Versam präsent. Nach einer Meldung von einer Privatperson konnten Mitte Juli 2024 zuerst zwei Welpen, einen Tag später schliesslich insgesamt acht Welpen des Vorabrudels bestätigt werden.

Moesolarudel:
Das Territorium des Moesolarudels umfasst das Gemeindegebiet von Mesocco und - insbesondere im Winter - Soazza und Teile der Gemeinde Lostallo sowie - insbesondere im Sommer - Teile der Gemeinde Rheinwald. Nach bestehendem Verdacht auf Jungtiere aufgrund einer Tonaufnahme konnten am 14. August 2024 insgesamt sechs Welpen durch die Wildhut beobachtet werden.

Lenzerhornrudel:
Das Gebiet des Lenzerhornrudels erstreckt sich nach aktueller Kenntnis über Teile der Gemeinden Scharans und Domleschg, das Hochtal der Lenzerheide, das Schanfigg südlich der Plessur bis zum Gebiet der Gemeinde Albula/Alvra nördlich des gleichnamigen Flusses. Am 5. August tappten erstmals zwei Welpen des Lenzerhornrudels in eine Fotofalle. Anfangs September konnten schliesslich insgesamt vier Welpen nachgewiesen werden.

Muchettarudel:
Das Territorium des Muchettarudels erstreckt sich über das Gebiet der Gemeinden Bergün Filisur, Schmitten und im Süden der Gemeinde Davos bis Davos Monstein. Am 19. Juni 2024 gelang der Wildhut den Nachweis von drei Welpen. Nach dem Tod der ehemaligen
Leitwölfin, F11, zu Beginn des Jahres ist es unklar, um welche reproduzierende Fähe es sich handelt. Es ist anzunehmen, dass die Welpen vom bisherigen Leitwolf, M132, sind.

Calderasrudel:
Gemäss genetischer Nachweise dürfte sich das Territorium des Rudels ab ca. Mulegns beidseitig der Gelgia bis Tiefencastel und südlich der Albula zwischen Tiefencastel und Solis erstrecken. Anfang des 2. Quartals 2024 gelangen die genetischen Nachweise zur Identifikation der Leittiere (M226/F187). Ende Juli gelang erstmals der Nachweis von drei Welpen. Nach Aufnahmen von weiteren Welpen konnten Mitte September schliesslich insgesamt neun Welpen durch die Wildhut nachgewiesen werden.

Glattwangrudel:
Anhand genetischer Nachweise ist bekannt, dass das Territorium des Glattwangrudels das Vorderprättigau südlich der Landquart bis etwa auf die Höhe von Klosters-Serneus sowie das Schanfigg nördlich der Plessur bis etwa Langwies umfasst. Bislang gab es keine Hinweise, die auf eine Reproduktion schliessen.

Rügiulrudel:
Das Rügiulrudel bewegt sich nach aktuellen Kenntnissen südlich des Berninapasses auf dem Gebiet der Gemeinde Poschiavo. Anfangs September gelang der Nachweis von insgesamt 5 Welpen. Die genetische Identifikation der Leittiere ist immer noch ausstehend.

Jatzhornrudel:
Das Territorium des Jatzhornrudels erstreckt sich über grosse Teile des Gemeindegebiets von Davos (gegen Süden bis ca. Höhe Monstein). Ende August wurden vier Welpen durch die Wildhut nachgewiesen.

Fuornrudel:

Das Fuornrudel bewegt sich östlich in Richtung des Ofenpasses bis ins Münstertal und nördlich von Zernez bis ungefähr nach Ardez, vorwiegend auf der Südseite des Inns. Die Leittiere M312 und F98 konnten mittels genetischer Analysen bestätigt werden. Nach einer ersten Fotofallenaufnahme von drei Welpen Mitte Juli, wurden anfangs August schliesslich sieben Welpen nachgewiesen.

Älpeltirudel:
Nach mehreren Nachweisen von mindestens zwei Wölfen auf dem Gebiet der Gemeinde Klosters wurden am 21. Juli 2024 drei Welpen durch eine Privatperson beobachtet. Anfangs August gelang einer weiteren Person eine Videoaufnahme von insgesamt sieben Welpen. Bei den Elterntieren handelt es sich mutmasslich um die im Verlauf des Jahres im Gebiet nachgewiesenen Tiere M307 und F233.

Calandarudel:
Auch am Calanda gab es ab dem Spätsommer 2023 mehrere Nachweise von zwei Wölfen, welche zusammen unterwegs sind. Am 31. August 2024 gelang es der Wildhut schliesslich zwei Welpen nachzuweisen. Bei den Elterntieren handelt es sich mutmasslich um den schon mehrmals nachgewiesenen M286 aus dem Kärpfrudel, sowie der im Juni nachgewiesenen und aus dem Vorabrudel stammende Fähe F176.

Wolfspaare und Einzelwölfe:

Beverinrudel:
Auch im 3. Quartal 2024 gab es keine Nachweise für die Anwesenheit von mehr als zwei Tieren im Streifgebiet. Somit geht das AJF davon aus, dass das Beverinrudel nicht mehr als solches besteht. Trotzdem gab es im Laufe des Sommers Schäden an Nutztierherden. Dabei konnte ein bislang noch unbekanntes weibliches Tier, F242, nachgewiesen werden. Noch ausstehende genetische Elternschaftsanalysen können zeigen, ob es sich dabei um ein Jungtier aus dem Jahr 2023 handelt oder ein zugewanderter Wolf, welcher sich in diesem Gebiet bewegt.

Im Gebiet Val de la Forcola bis Val d`Arbola im Misox gab es auch im 3. Quartal Nachweise von mindestens zwei Wölfen. Im September gelang auf der italienischen Seite ein Reproduktionsnachweis von insgesamt 5 Welpen. Dabei handelt es sich mutmasslich um dieselben Wölfe, was jedoch genetisch noch nicht bestätigt werden konnte. Bislang sind dem AJF auf der Bündner Seite in diesem Gebiet keine Nachweise von mehr als zwei Wölfen bekannt.

Im Gebiet der Kantonsgrenze Tessin/Graubünden südlich der Moesa wurden im 3. Quartal 2024 zwei Wölfe nachgewiesen. Mutmasslich handelt es sich dabei um das zu Beginn des Jahres nachgewiesenen männliche Tier, M243, und ein weiterer, noch nicht identifizierter Wolf.

Im Bergell gab es im 3. Quartal 2024 keine Nachweise von mehr als einem Wolf.

Im Engadin gab es auch im 2. Quartal zahlreiche Wolfsnachweise. Nebst dem Fuornrudel im Raum Zernez/Val Müstair gab es im Unterengadin vermehrt Sichtungen von mindestens zwei Wölfen, die zusammen unterwegs sind. Bei dem weiblichen Tier handelt es sich mutmasslich um das Weibchen F219, welches mehrmals in diesem Gebiet genetisch nachgewiesen werden konnte. Genetische Identifikationen des zweiten Wolfes fehlen bislang.

Gemäss den Erkenntnissen aus den genetischen Analysen handelt es sich beim Wolfspaar im Oberengadin um das männliche Tier M339 (Herkunft unbekannt) und das weibliche Tier F162, welches aus dem Calderasrudel stammt. Das Wolfspaar bewegt sich nach aktuellen Kenntnissen mehrheitlich im Gebiet zwischen den Gemeinden S-chanf und Samedan. Im Verlauf des Sommers gab es Nachweise von zwei Wölfen, welche zusammen unterwegs waren, jedoch fehlen bislang Hinweise auf eine Reproduktion.

Der im Jahr 2023 geborene, männliche Wolf aus dem Fuornrudel, M424, konnte auch im 3. Quartal genetisch nachgewiesen werden. Dieser Wolf hält sich vermutlich mehrheitlich im Gebiet zwischen St. Moritz und dem Berninapass auf.

Abgänge
Eine detaillierte Übersicht zu den Abgängen und Abschüssen von kranken und verletzten Tieren nach Art. 8 JSG ist dem «Monitoring Wolfsmanagement» zu entnehmen (www.wolf.gr.ch > Merkblätter, Publikationen, Projekte > Publikationen).

Im 3. Quartal 2024 wurden keine Abgänge beim Wolf registriert.

Regulationsabschüsse
Im 3. Quartal 2024 wurden 15 Wölfe erlegt. Weitere Details zu Abschüssen sind dem «Monitoring Wolfsmanagement» zu entnehmen (www.wolf.gr.ch > Merkblätter, Publikationen, Projekte > Publikationen).

Nutztierschäden durch Wölfe

Im 3. Quartal 2024 wurden 151 Nutztierrisse verzeichnet.

Im 3. Quartal 2024 wurden dem Amt für Jagd und Fischerei (AJF) wurden 17 Fälle von verhaltensauffälligen Grossviehherden gemeldet. Eine Rekonstruktion des Ereignishergangs ist in der Regel nicht möglich und der direkte Zusammenhang mit der Wolfspräsenz nicht belegbar.

Besenderte Wölfe
Der seit Anfang März 2024 besenderte weibliche Wolf, F229 (geb. 2023), hält sich nach wie vor im Streifgebiet des Stagiasrudels auf.

Besondere Vorkommnisse

Auf dem Gemeindegebiet von Samedan kam es am 21. Juli 2024 nach dem Mittag zu einer Begegnung von Spaziergängern mit einem Wolf. Dabei verweilte ein Wolf über längere Zeit neben einem viel begangenen Spazierweg. Die sofortige Meldung an die Wildhut ermöglichte eine Vergrämung des Wolfes.


Bär
Auch im 3. Quartal 2024 gingen beim Amt für Jagd und Fischerei mehrere Bärennachweise ein. Auch im 3. Quartal gibt es keine Hinweise, dass es sich um mehr als einen Bären handelt. Die Präsenz mehrerer Bären ist angesichts jedoch grenznaher Bärennachweise nicht auszuschliessen. Eine genetische Identifikation ist nach wie vor ausstehend. Der mehrfach nachgewiesene Bär im Gemeindegebiet von Valsot bei Tschlin verhielt sich auch im 3. Quartal unauffällig.

Luchs
Insgesamt gingen im 3. Quartal 2024 ca. 153 Luchsnachweise ein. Der Grossteil der Hinweise stammt aus den Verbreitungsgebieten Calanda, Surselva, Safiental, Heinzenberg, Schamserberg, der Gemeinde Rheinwald sowie dem Bergell und dem Unterengadin. Seit diesem Frühling werden beim AJF auch vermehrt auch Luchsnachweise im Oberengadin registriert.

Goldschakal

Im 3. Quartal 2024 ging ein bestätigter Goldschakalnachweis auf dem Gemeindegebiet von Breil/Brigels ein. Ein weiterer Nachweis auf dem Gemeindegebiet von Valsot konnte nicht überprüft werden.
Quelle: Text Kanton Graubünden , Amt für Jagd und Fischerei, 30. September 2024
Rudelbildung bei Wölfen
Gemäss Konzept Wolf Schweiz ist von einer Rudelsituation auszugehen, wenn sich mindestens drei Wölfe, darunter mindestens ein Weibchen, über ein Jahr vergesellschaften, als soziale Einheit zusammenleben, gemeinsam Nahrung beschaffen und sich letztendlich fortpflanzen.
Quelle: Kanton Wallis , Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere, 6. September 2018
Albulatal (Graubünden) Albulatal (Graubünden)

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