RAOnline EDU: Klimawandel - Weltklima 2012 - Jahr der Wetterextreme
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Weltklima - Klimajahr 2012
Das Jahr 2012 war das bisher neuntwärmste Jahr
Vorläufige Bilanz von Januar 2012 bis Oktober 2012

Das Jahr nimmt in der Rangliste der wärmsten Jahre seit Beginn der Messreihe um 1850 den 9. Platz ein.

2012 wurde vor allem durch den kühlenden Einfluss des Wetterphänomens "La Niña" beeinflusst. Die weltweite kombinierte Mitteltemperatur für die Landmassen und das Meerwasser lag 2012 um ±0,11°C über dem Mittelwert der Periode von 1961 - 1990 von 14°C. Alle Jahren zwischen 2001 und 2012 lagen über diesem Mittelwert.

Der Mittelwert schwankt von Jahr zu Jahr wegen verschiednen Einflüssen wie den El Niño-Effekt, Vulkanausbrüchen oder anderen Phänomenen. Nach Ansicht der WMO gibt die kontinuierliche Erwärmung der unteren AtmosphärenschichtenAnlass zur Besorgnis.

Der Rekordeisverlust im Arktischen Meer von August bis September 2012 war ein deutliches Anzeichen für den fortschreitenden Klimawandel. 2012 befanden sich im Arktischen Meer rund 18% Meereisflächen als beim letzten Rekordtiefststand von 2007, wo 4,17 Millionen km2 Meereisflächen registriert wurden.

Das Jahr 2012 erlebte zahlreiche extreme Wettereignisse. Die Wissenschaftler sind überzeugt, dass die einzelnen Extremereignisse nicht direkt dem Klimawandel zugeordnet werden können. Die Stärke und die Intensität der Auswirkungen dieser Ereignisse können durchaus in einen Zusammenhang mit dem sich abzeichnenden Klimawandel zugestellt werden. So stieg der Meeresspiegel seit 1880 um rund 20 cm. Flutwellen, welche wie etwa der Hurrikan Sandy vor sich her treiben, können infolge des höheren Meeresspiegels viel grössere Schäden entlang der Küsten hervorrufen.

Bilanz von Januar 2012 bis Oktober 2012

Globale Temperaturen 2012

Die letzten 11 Jahre (2001 bi 2011) gehörten zu den wärmsten seit Beginn der Klimaaufzeichnungen im Jahr 1850. Die ersten 10 Monate des Jahres 2012 zeigen, dass auch in diesem Jahr dieDurchschnittstemperaturen sehr hoch waren. Das Jahr 2012 hat sich durch unübliche Wärmeperioden in den meisten Landflächen dieser Erde und über eine schwache bis moderate La Niña-Phase zu Jahresbeginn ausgezeichnet.

Die kombinierte Land- und Meerwassertemperatur von Januarbis Oktober 2012 lag nach ersten Schätzungen des European Centre for Medium-Range Weather Forecasts (ECMWF) um 0,45°C 1 ±0,10°C über dem Durchschnittswert von 1961 bis 1990. 2012 ist bisher da neuntwärmste Jahr seit 1850.

Das Jahr 2012 begann mit einer schwachen bis moderaten La Niña-Phase, welche sich im Oktober 2011 aufzubauen begann. Der La Niña-Einfluss hat auf das Weltklima eine kühlenden Effekt. Von Januar bis März 2012 wurden daher die tiefste kombinierte Land- und Meeresdurchschnittstemperatur seit 1997 gemessen. Mit +0.28°C lag die Temperatur immer über dem Durchschnittswert von 1961 bis 1990. Von Mai bis Oktober 2012 wurde die viertwärmste Durchschnittstemperatur seit Messbeginn aufgezeichnet.

2012: Ein weiteres Jahr mit Wetterextremen

Grosse Hitzewellen und extrem hohe Temperaturen

Auf der Nordhalbkugel breitete ich von März bis Mai eine Hitzewelle aus. Betroffen waren vor allem die U.S.A. und Europa. Tausende von Temperaturrekorden wurden in beiden Kontinenten gemessen. Die Hälfte der Temperaturrekorde den U.S.A, welche im August 2011 aufgestellt wurden, wurde 2012 bereits wieder gebrochen.

Eine zweite Hitzewelle führte in den U.S.A. im August 2012 zu einer ausserordentlichen Trockenheit und vielen Busch- und Waldbränden.

Grönland hatte das ganze Jahr 2012 hindurch überdurchschnittliche Temperaturen. Am 27. Mai 2012 wurde in Ivittuut/Narsarsuaq der absolute Rekord mit 24,8°C gemessen.

In Norwegen wurde am 27. März 2012 mit 23.1°C die höchste je gemessene Märztemperatur aufgezeichnet. Im südlichen Norwegen wurde am 25. Mai 2012 mit 31.1°C die höchste Maitemperatur seit Beginn der Messungen aufgezeichnet.

Die Slowakei hatte im Sommer 2012 37 bis 53 tropische Tage mit Temperaturen über 30°C, das ist die zweithöchste Anzahl seit 1901.

Auf Zypern lagen die Temperaturen im Juli 2012 während 8 aufeinander folgenden Tagen über 40°C. Der 17. Juli 2012 war mit 43,7°C der wärmste Tag.

In Marokko herrschte im Juni und im Juli bis in den August 2012 hinein eine sehr schlimme Hitzewelle. Die Temperaturrekorde wurden um 2 bis 3°C übertroffen.

In Jordanien lagen die Temperaturen von Juni bis Juli 2012 rund 9°C über den normalen Temperaturhöchstwerten.

In China lagen die Temperaturen im April 2012 rund 5°C über dem Mittelwert von 1961 - 1990. Am 30 April 2012 beobachtete man in Hong Kong eine Höchsttemperatur von 28,5°C, was die höchste Apriltemperatur seit 1884 bedeutete.

Eine Hitzewelle brachten Zentralrussland von Juli bis August 2012 Temperaturhöchstwerte von 29 bis 37°C.

Auf der Südhalbkugel wurde am 20. Oktober 2012 in Evans Head (Australien) eine herbstliche Höchsttemperatur von 41,6°C gemessen, was für die Küstenregion in New South Wale ein Rekord bedeutet.

Grosse Dürren und Buschfeuer

65% der Gebiete der U.S.A waren im Jahr 2012 von einer moderaten bis ausgeprägten Trockenheit gekennzeichnet. 164 Millionen Bewohner waren von der Dürre betroffen.

Viele Länder in Europa meldeten in der Periode von Januar bis März 2012 je ein Monat als einen ihrer trockensten Monate. Besonders stark betroffen war Spanien, welches von Januar bis März 2012 den geringsten Niederschlagswert seit 1947 meldete. 108'00 Hektaren Land wurden in Spanien von Januar bis September 2012 von Buschfeuern zerstört.

Das nördliche Brasilien wurde in den ersten 6 Monaten des Jahres 2012 von der schlimmsten Trockenheit seit 50 Jahren heimgesucht. In der in Nordostkenia gelegenen Stadt Garissa wurden von März bis Mai 2012 lediglich 19,2 mm Niederschlag gemessen, was 13% (zweittiefster Wert seit 1959) unter dem üblichen Wert lag.

Einige Regionen im Innern Nord- und Nordostaustraliens erhielten von April bi Oktober 2012 insgesamt lediglich weniger als 10 m Regen. In Alice Springs wurden während 157 Tagen kein Regen gemessen. Für Alice Springs war die längste Periode ohne Regen seit 71 Jahren.

Extreme Niederschläge und Überschwemmungen

In Afrika wurden grosse Unterschiede bei den Niederschlagsmengen verzeichnet.

In Westafrika (Senegal, Mauretanien, Burkina Faso, Mali) fielen 40% mehr Regen als üblich. Verschiedene Länder am Golf von Guinea und in Ostafrika registrierten nur 70% der normalen Regenmenge.

Weite Teile von Westafrika (Niger und Tschad inbegriffen) litten unter verheerenden Überschwemmungen mit grossen Infrastrukturschäden.

Tropische Stürme

Bis im November 2012 wurden 85 tropische Stürme registriert. Die durchschnittliche Anzahl der tropischen Stürme lag in der Periode von 1981 bis 2010 bei 81 Stürmen. 2012 wurden mehr Stürme gezählt als die beiden Jahre zuvor.

Im Atlantik bewegten sich 2012 insgesamt 19 tropische Stürme, was 42% mehr als der Durchschnitt war. 10 Stürme erreichten Hurrikanstärke. Ein Sturm erreichte die Hurrikanstärke der Kategorie 5.

Hurrikan Sandy zog in dieser Region von allen tropischen Wirbelstürmen 2012 die grösste Aufmerksamkeit auf sich. Hurrikan Sandy brachte dem Nordosten der U.S.A. Rekordregenmenge und seine Sturmfluten verursachten Rekordschäden. Der Hurrikan hinterliess auch in der Karibik seine tödlichen Spuren.

Im östlichen Nordpazifik wurden 17 tropische Stürme registriert, was etwa der durchschnittlich zu erwartenden Anzahl entspricht. Hurrikan Bud zog in dieser Region von allen tropischen Wirbelstürmen 2012 die grösste Aufmerksamkeit auf sich.

Im westlichen Nordpazifik wurden 23 tropische Stürme registriert, was etwa der durchschnittlich zu erwartenden Anzahl entspricht. 13 Stürme erreichten Taifunstärke. Taifun Sanba war der mit Windgeschwindigkeiten bis zu 205 km/h der stärkste von allen tropischen Wirbelstürmen 2012 in dieser Region. Taifun Sanba hinterliess in den Philippinen, in Japan und Korea verheerende Schäden.

Im nördlichen Indischen Ozean wurden 2012 nur 3 tropische Stürme mit Namen registriert, was eine unterdurchschnittliche Anzahl ist. Lediglich ein Zyklon erreichte die Stärke 4.

Ausbreitung des Meereises

Die grösste Ausdehnung der Meereisfläche im Arktischen Meer wurde mit 15,2 Millionen km2 am 20. März 2012 erreicht, was 3,4% weniger als die durchschnittliche Meereisfläche im März von 1979-2000 entspricht.

Am 16. September 2012 erreichte die Meereisfläche im Arktischen Meer mit 3,41 km2 die geringste Ausdehnung, was 49% weniger als die durchschnittliche Meereisfläche im September von 1979-2000 entspricht.

Quelle: WMO, November 2012 - Auszug aus "WMO Provisional Statement on the State of Global Climate 2012"
Text: RAOnline
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Ozon in der Stratosphäre

Ungewöhnlich tiefe Temperaturen im Bereich der arktischen Ozonschicht führen dort aktuell zu einem rasanten Abbau von Ozon. Die Arktis steuert deshalb auf einen Rekordverlust des Spurengases zu, das die Erdoberfläche vor der ultravioletten Strahlung der Sonne schützt.

Satellitenmessenungen der NASA und der NOAA haben ergeben dass das Ozonloch über der Antarktis in den vergangenen 20 Jahren nur noch einmal so klein war wie 2012.

Das Ozonloch über der Antarktis war 2012 durchschnittlich 17,9 Millionen Quadratkilometer gross. Die Ozonschicht schützt das Leben auf der Erde vor potentiell schädlichen UV-Strahlen.

Das antarktische Ozonloch erreichte am 22. September 2012 mit 21,2 Millionen km2 seine grösste Ausdehnung, was der Gesamtfläche der U.S.A, Kanada und Mexiko entspricht. Im Jahr 2000 erreichte das Ozonloch einen Rekordwert mit 29,9 Millionen km2. Das Ozonloch in der südlichen Hemisphäre bildet sich vor allem in den Monaten September und Oktober.

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