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Ausbruch des Vulkans Fuego in Guatemala im Juni 2018

Am 3. Juni 2018 ereignete sich am Vulkan Fuego in Guatemala eine heftige Eruption. Die Eruption war vor allem in den Provinzen Escuintla, Sacatepéquez und Chimaltenango spür- und hörbar. Aus dem Vulkan stiegen bis in eine Höhe 15'000 m Rauchsäulen auf. Der Ausbruch war von einer starken Ascheentwicklung begleitet.

Nach heftigen Explosion bildeten sich pyroklastische Ströme. Kleinere pyroklastische Ströme flossen talwärts in Richtung der Regionen um Seca, Ceniza, Mineral, Taniluya, Las Lajas und Barranca Onda. Ein verheerender pyroklastischer Strom schoss direkt durch die Feriensiedlung «La Réunion» und begrub 54 Häuser unter sich.In der Ortschaft Los Lotes weiter talwärts wurden bei diesem Ereignis 257 Häuser zerstört. Nach rund 20 km kam die Glutwolke zum Stillstand. Kleine Felsstücke und Asche wurden bis in die Vororte von Guatemala City getrieben.

Der über 3'600 m hohe Vulkan Fuego befindet sich ungefähr 40 km südsüdwestlich von der Hauptstadt Guatemala City. Der Ausbruch vom 3. Juni war bereits der zweite im Jahr 2018.

Die anhaltende Regenfälle und der Ascheniederschlag bildeten ein heimtückisches Gemisch. Die Gefahr von Erdrutschen war beträchtlich. Die Abflusskanäle wurden durch die Massen verstopft. Das aus den Kanälen strömende Wasser gefährdete die Versorgung mit sauberem Trinkwasser.

Die Behörden evakuierten unverzüglich einige Siedlungen, welche sich nahe beim Vulkan befinden. Die Strassenverbindungen im unmittelbaren Umfeld des Vulkans wurden gesperrt. Dichte Aschewolken verhinderten eine ausreichende Sicht. Vulkanisches Auswurfmaterial prasselte vom Himmel.

Die Siedlungen Los Lotes und El Rodeo waren von der Umfeld abgeschnitten. 1,7 Millionen Menschen waren direkt vom Vulkanausbruch betroffen. Im Umkreis von 10 km um den Vulkan leben etwa 62'000 Menschen, im Umkreis von 50 km ungefähr 4,2 Millionen. In unmittelbarer Nähe leben weniger als 1'000 Menschen.

Am 8. Juni 2018 veröffentlichten die Behörden eine traurige Zwischenbilanz. Die Vulkankatastrophe forderte bisher 106 Menschenleben. Von 200 Personen fehlte zu diesem Zeitpunkt noch jede Spur.

Die Rettungs- und Bergungsarbeiten wurden wegen den misslichen Verhältnissen mehrmals unterbrochen.

Tausende von Menschen fanden in Notunterkünften Aufnahme.

Die Behörden, die Polizei, die Armee, die Rettungskräfte und das medizinische Persona lsind in Guatemala auf solche Katastrophenereignisse vorbereitet. Im Katastrophenfall haben die Einsatzkräfte Zugriff auf Geräte und Medikamente, welche in Lagern bereit liegen. Die Bevölkerung, welche sich in Notunterkünfte aufhält, kann so rasch mit den notwendigsten Gütern versorgt werden.

Es gibt jedoch bei solchen Ereignis viele Menschen, welche in grosser Eile aus ihren Häuser geflohen sind und von den Rettungskräften in den ersten Stunden und Tagen nach dem Katastrophenfall nicht erreicht werden können. Besonders schlimm ist diese Situation für Menschen, welche an chronischen gesundheitlichen Problemen wie Diabetes leiden.

Am 11. Juni 2018 mussten sich die Rettungskräfte nach intensiven Regenfällen und zahlreichen Schlammlawinen aus dem Unglücksgebiet um die Ortschaft El Rodeo zurückziehen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden 110 Opfer geborgen. 197 Menschenblieben unauffindbar.

Quelle: UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs UN OCHA,
Text: RAOnline

Wissenschaftler vermuten, dass es in der Vergangenheit Glutwolken gab, welche mit Geschwindgikeiten bis zu 1'000 km/h die Vulkanflanken hinunter schossen.

Pyroklastische Ströme entstehen, wenn heisse Gase im Magma eingeschlossen werden und sich am Ende des Vulkanschlots eine mehrere Dutzend Meter hohe Wölbung, den Lavadom, bildet. Die Gas durchsetzte Lavamasse fliesst nach einer Expolsion des Lavadoms rasen schnell talwärts.

Pyroklastisch setzt sich aus den beiden griechischen Wörtern «Pyr» und «klastos» zusammen. «Pyr» heisst «Feuer» und «klastos» bedeutet «zerbochen».

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