2024 - Arctic Shipping auf dem Vormarsch Neue Daten über den Umweltschutzes in den arktischen Gewässern der Arctic Marine Environment Working Group des Arktischen Rats (Arctic Council) beleuchten mehr als 10 Jahre arktische Schifffahrtstrends Der Zugang zum Arktischen Ozean nimmt zu, da sich das Meereis ausdünnt und seine Ausdehnung reduziert wird und einen neuen Zugang zu bisher schwer zugänglichen Regionen ermöglicht. Gleichzeitig beherbergt die Arktis erhebliche natürliche Ressourcen wie Eisenerz und Erdgas, mit hohen Rohstoffpreisen und einer wachsenden weltweiten Nachfrage. Die Arctic Council Working Group on the Protection of the Arctic Marine Environment PAME (Arbeitsgruppe des Arktischen Rates für den Schutz der Meeresumwelt in der Arktis) beobachtet die arktischen Schiffsverkehrstrends und füllt damit eine entscheidende Wissenslücke in der Region. Die aktualisierten Daten für das Jahr 2024 von PAME zeigen, wie stark die arktische Schifffahrt zunimmt, welche Strecken die Schiffe zurücklegten und welche Arten von Schiffen in der Region unterwegs waren.
Zunahme des arktischen Schiffsverkehrs und der zurückgelegten Fahrstrecken Während die geografischen Definitionen der Arktis variieren, verwendet PAME für ihre Arbeiten den Arktisbegriff für das Gebietwelches im Arctic Polar Code APC der International Maritime Organization (IMO) als Zone für den polaren arktischen Schiffsverkehr mit Zertifikatspflicht festlegt wurde. Diese Zone verläuft mehrheitlich nördlich des 60°N-Breitenkreises. Diese Zone wird vom PAME als die Arctic Polar Code Area APCA bzeichnet. Die Zahl der nur einmal gezählten Schiffe, die von 2013 bis 2024 in das Gebiet, wo der Polar Code und mit ihm das Polar Ship Certificate PSC seine Gültigkeit hat, einfuhren, stieg laut dem neuesten Arctic Shipping Status Report von PAME, der im Januar 2025 veröffentlicht wurde, um 37%. Im Jahr 2024 fuhren 1'781 nur einmal gezählte Schiffe in das durch den Polar Code geregelte arktische Meeresgebiet, fast 500 mehr Schiffe als 2013, als die Datenerhebung begann. Der Begriff einmal gezähltes Schiff bezieht sich auf jedes Schiff, das nur einmal gezählt und in der Datenerhebung erfasst wurde, obwohl viele Schiffe mehrmals im Jahr in der polaren Zone unterwegs. Die Zahl der nur einmal gezählten Schiffe, die in das Gebiet des Polar Codes APCA einfuhren, ist im Allgemeinen jeweils im September am höchsten, wenn das arktische Meereis seine geringste Fläche und geringste Stärke hat. So befuhren im September 2024 1'064 Schiffe diese Polarzone oder 59,7% der Gesamtzahl der Fahrten im Jahr 2024. Im Vergleich dazu haben im Februar 2024 nur 404 Schiffen (= 22,7%) die APCA durchquert. Im Vergleich zu 2023 stieg 2024 die Fahrdistanz, welche die Schiffen im Gebiet des Arctic Polar Codes (Arctic Polar Code Area = APCA) zurücklegten, um 108% von 6,1 Millionen auf 12,7 Millionen Seemeilen (= 20,1 Millionen km). Arten von Schiffen in der Arktis Fischereischiffe sind die häufigste Art von Schiffen im APCA-Gebiet. Diese Schiffsart macht mehr als ein Drittel aller Schiffe aus, welche in der Polarzone unterwegs waren. Der zweithäufigste Schiffstyp ist das gewöhnliche Frachtschiffe. Zwischen 2013 und 2024 stieg die Anzahl der Schiffe jedes Schiffstyps im APC-Gebiet, auch jene der Öltanker und Forschungsschiffe. (siehe: Schiffsgruppen und -typen auf den Weltmeeren) Warum nimmt die arktische Schifffahrt zu? Hjalti Hreinsson ist Projektmanager bei PAME, der Arctic Shipping Status Reports erstellt und das Arctic Ship Traffic Data Program verwaltet. Er teilt Einblick in die Schifffahrtstrends, die in den letzten Jahren entstanden sind. Er sagt: "Mehrere Gründe tragen zur Zunahme der arktischen Schifffahrt bei", sagte Hreinsson. "Eine von ihnen, und vielleicht die prominenteste, ist eine Zunahme der natürlichen Ressourcengewinnung. Im Vergleich zu anderen Meeresgebieten weltweit gibt es nicht so viele Schiffe in der Arktis, und neue Projekte werden sich stark auf Statistiken auswirken." "Zum Beispiel haben zwei grosse Projekte - die Mine Mary River in Nunavut (Alert) in Nordkanada und das Jamal Gas-Projekt in Sibirien (Russland) - zu einem Anstieg der Schifffahrt im APC-Gebiet der Arktis geführt. Die Zahl der Massenfrachter ist deutlich gestiegen, ebenso wie der Verkehr von Gasttankern, von denen es vor 2018 fast keine im APCA-Gebiet gab." "Es ist auch wichtig, dass die Arktis anscheinend mehr für den Transport von Fracht verwendet wird, mit einer starken Zunahme von allgemeinen Frachtschiffen in den letzten Jahren. Eine detaillierte Analyse des Frachttransports wäre ein sehr interessantes Forschungsprojekt mit Daten aus unserem ASTD-System", fügte Hreinsson hinzu.
Der Bedarf an mehr arktischen Verkehrsdaten Da die arktische Schifffahrt zunimmt, können die Überwachung von Trends und das Sammeln von Daten über die arktische Schifffahrt dazu beitragen, eine sicherere Schifffahrt in der Arktis zu ermöglichen. Als Reaktion auf den wachsenden Bedarf an genauen, zuverlässigen und aktuellen Informationen über die arktischen Schifffahrtsaktivitäten entwickelte PAME das Arctic Ship Traffic Data (ASTD) Programm. ASTD sammelt eine breite Palette von Informationen, einschliesslich Schiffsspuren nach Schiffstyp, Informationen über die Anzahl der Schiffe in über 450 Häfen und Gemeinden in der Arktis, detaillierte Messungen über Emissionen durch Schiffe, die Schifffahrtsaktivitäten in bestimmten Gebieten und den Treibstoffverbrauch durch Schiffe. PAME und der Arctic Council verwenden Daten von ASTD, um Analysen und Berichte im Zusammenhang mit der Arktisschifffahrt durchzuführen. "Wir produzieren mehr Berichte, auch einen über Massengutfrachter, was ein sehr interessanter Schifstyp ist, da man auch die Grösse jedes Schiffes betrachten muss. Je grösser das Schiff, desto mehr trägt es", sagte Hreinsson. "Dasselbe gilt für Kreuzfahrt- und Passagierschiffe, deren Anzahl und damit auch die gesamte Fahrdistanz zugenommen hat. Auch die Grösse der Schiffe und ihre Passagierkapazität haben sich erhöht." "All dies führt zu mehr maritimer Aktivität und daher mehr Menschen in der hohen Arktis, daher ist die Sicherheit der Schiffe und ihrer Besatzung und Passagiere von grösster Bedeutung", bemerkte Hreinsson, der die Bedeutung von PAME-Projekten wie dem "Arctic Shipping Best Practice Information Forum" hervorhob, das bei der Umsetzung des Internationalen Seeschifffahrtsgesetzes für den Internationalen Seeschiffbetrieb hilft. Er hob auch das "Erhöhungsbewusstsein der Bestimmungen des Zweiten Seeschifffahrtsabkommens 2012 für die Sicherheit von Fischereischiffen" hervor, das, wenn es umgesetzt wird, Fischereifahrzeuge konkret regulieren wird, da viele bestehende internationale Vorschriften nicht für Fischereifahrzeuge gelten. Er wies darauf hin, dass die Umsetzung dieser Vorschriften natürlich die Umwelt und die Menschen, die in der Arktis leben, schützt.
Arctic Council (Arktischer Rat) Der «Arctic Council» ist das intergouvernementale Forum der acht Arktis-Anrainerstaaten Dänemark, Island, Kanada, Finnland, Norwegen, Russland, Schweden, USA. Der alle zwei Jahre wechselnde Vorsitz liegt bis im Frühling 2017 bei den USA. In diesem zwischenstaatlichen Gremium haben nebst den acht Anrainerstaaten der Arktis (Kanada, Dänemark, Finnland, Island, Norwegen, Russland, Schweden und die USA), die indigenen Völker sowie Länder mit bedeutendem Engagement in der Region Einsitz. Die Staaten mit vollem Stimmrecht im Arktischen Rat sind: • Kanada Folgende organisationen haben permanenten Sitz im Arktischen Rat: • Aleut International Association
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