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Süd-Georgien Neue Karten: Shackleton Crossing 2020
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Süd-Georgien und die Süd-Sandwich-Inseln
British Overseas Territory of South Georgia & the South Sandwich Islands (SGSSI)
Neue Karten: Shackleton Crossing

Ein Team von BAS-Kartographen hat eine neue überarbeitete und aktualisierte hochaufgelöste Karte im Massstab 1:200'000 der subarktischen Insel Süd-Georgien (Lage: etwa 37°W 54°10'S) veröffentlicht und zum Verlauf freigegeben. Die Kartographen nutzten bei ihrer Arbeit die Unterstützung von Fachleuten der Regierung von Süd-Georgien und den Süd-Sandwichinseln (South Georgia and South Sandwich Islands (GSGSSI). Die Regierungsmitarbeiter beraten Expeditionen und Tourismusunternehmen, welche die Insel besuchen wollen. Süd-Georgien gilt als Naturparadies und ist das Zentrum für die Erforschung der subarktischen Tierwelt.

Der Klimawandel hat auf Süd-Georgien seine Spuren hinterlassen und die Landschaft teilweise umgestaltet. Durch das Abschmelzen von Gletschern sind neue Buchten entstanden. Auf der Nordseite der Insel hat sich der Twitcher-Gletscher zurückgezogen und dabei die Twitcher Bucht (Bay) gebildet. 2004 fand das letzte Kartenupdate statt. Seit 2004 hat sich der Twitcher-Gletscher 4 km und der Neumayer-Gletscher in der Cumberland West Bay um 6 km abgeschmolzen.

Die Geschichte von Süd-Georgien wird einerseits vom Aufbau der Walfangindustrie und von den Forschungsreisen einiger Entdecker zu Beginn des 20. Jahrhunderts geprägt.

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Shackletons Aufenthalt auf der Elefanten-Insel
Shackletons Forschungsschiff «Endurance» gefunden

1916 unternahm der bekannte Polarforscher Sir Ernest Shackleton eine Rettungsaktion, in deren Verlauf er mit seinen Männern die Insel von der West- zur Ostküste durchquerte. Diese Expedition ist unter dem Namen «Shackleton Crossing» bekannt. Das BAS hat auf einem neuen Kartenwerk im Massstab 1:40'000 nachgezeichnet. Die Karten enthält drei hochaufgelöste Karten von Gefahrenstellen wie dem Razorback und dem Breakwind Gap, wo damals Shackleton und seine Begleiter Tom Crean und Frank Worsley an ihren Seilen fast senkrecht in die Tiefe rutschten.

Am 9. Januar 1909 hat Ernest Shackleton mit drei ihn begleitenden Männern beinahe den Südpol erreicht. Sie erreichten bei ihrer Antarktisexpedition den Punkt 88°23'S. Von 1901 bis 1915 prägten Scott, Charcot und Shackleton mit ihren Expedition die Polarforschung.

Die beiden neuen Karten «The South Georgia and The Shackleton Crossing» sind in den beiden Webshops von des Stanfords Map Shops (www.stanfords.co.uk) und des UK Antarctic Heritage Trusts (www.ukaht.org/shop) erhältlich. Im Internet kann die Karte beim South
Georgia GIS (www.sggis.gov.gs) betrachtet werden.

Auf einer Expedition entlang der Küste der Antarktis war Polarforscher Shackleton mit seinem Schiff «Endurance» im Weddell-Meer in Seenot geraten. Das Schiff geriet in Packeisfelder und wurde zerquetscht. Die Crew«Endurance» gelangte schliesslich auf die Elefanten-Insel im Süd-Shetland Archipel an der Nordspitze der Antarktischen Halbinsel. Shackleton wusste damals nicht, wo genau er sich mit seiner gestrandeten Mannschaft befand.

Shackleton beschloss, nach Hilfe zu suchen. Zusammen mit fünf Kameraden begab er sich am 24. April 1916 im Rettungssboot «James Caird» auf den Weg durch das Weddell-Meer. Die Strömung trieb das Boot wie heute die Eisberge in Richtung der beiden Inseln Süd-Orkney und Süd-Georgien. Nach einer Fahrt von 1'300 km auf dem Meer strandeten sie nach 16 Tagen an der King Haakon Bay an der Südseite von Süd-Georgien.

Am 19. Mai 1916 um 03.00 Uhr begann für Sir Ernest Shackleton und seine beiden Begleiter Frank Worsley und Tom Creann ihre ersten Vorstoss ins Innere von Süd-Georgien. Drei Männer begaben sich unter der Führung von Shackleton auf den Weg zur Walstation in der Stromness Bay. Sie mussten dabei unbekannten Gelände, hohe Berge und Gletscher durchqueren. Die restlichen drei Männer der Crew blieben in der King Haakon Bay, um auf Rettung zu warten.

Shackleton und seine Männer verfügte für ihren Marsch über Lebensmittel- und Brennstoffvorräte für drei Tage, einen Eispickel, 15 m Seil, zwei Kompasse und zwei Feldstecher, eine Uhr und vor allem eine Kopie einer Kartenskizze, welche einen Deutsche Expedition im Jahr 1911 aufzeichnet hatte. Die Männer hatten Schrauben in ihre Schuhsohlen gedreht, um den Halt auf dem Boden zu verbessern. Die Distanz zur Walstation sollte gemäss Karte rund 27 km betragen.

Die Männer waren noch von der 16tägigen Reise über das Weddell-Meer geschwächt. Sie kam nur langsam vor. Das Marschieren im oft kniehohen Schnee zehrte an ihren Kräften. Allein der Gedanke, dass das Scheitern ihres Vorhabens das Leben ihrer Kameraden auf der Elefanten Insel und an der King Haakon Bay gefährden würden, trieb die drei Männer vorwärts.

Die Männer durchquerten das Murray Snowfield, überquerten den «The Ridgeback» und gelangten zum Compassgletscher. Immer wieder mussten ihre Seile als Schlitten benutzen. Das Nineteen-Sixteen Snowfield konnten sie zügig überqueren und den Fortunagletscher marschieren. Irrtümlicherweise hielten sie die Fortuna Bay für die Stromness Bay. Sie begannen den Abstieg zum Turnbackgletscher. Möglichersweise hatten sie ihren Irrtum bemerkt und liefen daher auf den Breakwind Ridge zu. Im Breakwind Gap konnten in der Ferne den Busen Point erkennen. Sie könnten auch die Dampfsirene hören, deren Pfeifen in einer weit entfenrnten Walstation die Arbeiter in die Fabrikhallen rief.

Der Abstieg vom Breakwind Gap hinunter zum Ende der Fortuna Bay war steil und gefährlich für Berggänger mit einer minimalen Ausrüstung. Beim Durchqueren der Ebene versank Tom Crean bis zu seiner Brust im Crean Lake, wie der See heute heisst. Auf dem letzten Hügelzug sahen unter sich die Bucht von Stromness mit ihrer Walstation. Auf dem Weg hinunter zur Siedlung umgingen sie einen steilen, eisigen Abhang, indem sie einem Flusslauf folgten. Der Fluss folgten einer steilwandigen Schlucht aus der es keinen Rückweg mehr gab. Eine Gefällsstufe, die heute Shackleton Falls heisst, überwanden mit Hilfe ihrer Seile.

Die Einwohner von Stromness mussten das plötzlich wie aus dem Nichts auftauchende Trio als drei wandelnde Vogelscheuchen empfunden haben.

In Stromness bekamen die drei Männer die erwartete Hife. Ihre Kameraden auf der Elephant Island (Elefanten Insel) und in der King Haakon Bay konnten später ebenfalls gerettet werden.

Quelle: British Antarctic Survey (BAS), New map of South Georgia unveiled, 24. August 2020
Text: RAOnline
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