Geomorphologie: Massenbewegungen
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Geomorphologie Massenbewegungen
Ereignis
Gletscherabbruch nach Feldstürzen bei Blatten (Lötschental VS)
2025
Geomorphologie Schweiz
Weitere Informationen
Naturgefahren in der Schweiz
Naturwissenschaften Geografie-Erdkunde Klima
Massenbewegungen
Gletscherabbruch bei Blatten (Lötschental VS)
Ereignis am 28. Mai 2025 und seine Folgen
Die Situation in der Region Blatten vor und nach dem Gletscherabbruch
2025
Bilder aus dem Katastrophengebiet
2025
Vom Felsturz zum Bergsturz mit Gletscherabbruch
Informationen der Behörden
Entwicklung der Gefahrensituation im Lötschental
2025
Massnahmen für den Wiederaufbau
2025
Die Behörden informieren
Vorsorge- und Schutzmassnahmen
Die Katastrophenhilfe der Armee
2025
Bereitstellung von Räumungsmittel, Material- oder Personentransporte ...
Wissenschaftliche Forschung
Was Gletscherforschende über den Abbruch des Birchgletschers wissen
2025
Geologie in der Region Lötschental
2025
Detaillierter Blick auf den Schuttkegel von Blatten
2025
Neue Simulationen verbessern die Prognose von Schnee, Eis- und Gesteinslawinen
2025
Wie die Klimaerwärmung den Bergsturz von Blatten beeinflusste
2025
Wissenschaftliche Berichte und Informationen im Zusammenhang mit der Naturkatastrophe im Lötschental
Seismisches Netzwerk zeichnet Gletscherabbruch am Kleinen Nesthorn auf

Der Gletscherabbruch am Kleinen Nesthorn (VS) am Mittwoch, dem 28. Mai 2025, wurde landesweit vom seismischen Netzwerk der Schweiz registriert. Es handelt sich dabei um eine der grössten Massenbewegungen, die der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich bislang aufgezeichnet hat.

Bereits in den Tagen zuvor hatten die seismischen Messstationen kleinere Felsstürze am Kleinen Nesthorn erfasst. Obwohl grössere, schnell ablaufende Massenbewegungen Erschütterungen erzeugen, die von seismischen Stationen erfasst werden können, handelt es sich dabei nicht um Erdbeben.

Am späteren Mittwochnachmittag ist das gefürchtete Szenario eingetreten: Die gewaltigen, vom Kleinen Nesthorn auf den Birchgletscher gefallenen Felsmassen stürzten zusammen mit Eismassen des Gletschers talwärts. Was Videoaufnahmen eindrücklich dokumentierten, blieb auch vom seismischen Netzwerk nicht unbemerkt. Die Stationen des SED haben das Ereignis in der ganzen Schweiz deutlich aufgezeichnet.

Selbst mehrere hundert Kilometer über die Landesgrenzen hinaus sind die seismischen Signale noch gut messbar. In den vergangenen Tagen kam es immer wieder zu kleineren Abbrüchen. Die grösseren davon konnten ebenfalls von den Messstationen erfasst werden. Die seismischen Signale ermöglichen es, den Zeitpunkt solcher Massenbewegungen auch nachts oder bei schlechter Sicht genau zu bestimmen.

Der Gletscherabbruch vom Mittwoch, dem 28. Mai 2025, zählt neben dem Bergsturz am Piz Cengalo (GR) im Jahr 2017 zu den bislang grössten vom SED registrierten Massenbewegungen. Darunter sind unter anderem Erdrutsche, Felsstürze, Murgänge sowie Schlamm-oder Steinlawinen. Die aufgezeichneten seismischen Wellen des aktuellen Ereignisses sind in ihrer Stärke vergleichbar mit jenen vom Piz Cengalo und entsprechen in etwa einer Erdbebenmagnitude von 3,1. Diese Angabe ist rein indikativ und basiert auf einer Bestimmungsmethode, wie sie in der Schweiz zur Beschreibung lokaler Erdbeben verwendet wird. Sie beruht auf der maximal gemessenen Amplitude der Bodenbewegung.

Quelle: Text Swiss Seismological Service , 28. Mai 2025

Anfang Mai 2025 löste sich an der Nordost-Flanke des Kleinen Nesthorns vermehrt Felsmaterial, welche vorerst auf dem darunter liegenden Birchgletscher liegen blieb. Die Intensität der Felsabbrüche erhöhte sich gegen die Mitte des Monats Mai hin deutlich. Ein fortwährendes Grollen kündet von einem bevorstehenden Unheil. Der Felsturz entwickelt sich zum Bergsturz. Mehrere Millionen Kubikmeter Fels belasten die sich immer schneller talwärts fliessen Eismassen des Gletschers. Die Behörden haben am Montag den 19. Mai 2025 die Evakuierung der rund 300 Menschen umfassen Dorfbevölkerung von Blatten angeordnet, weil ein Gletscherabbruch mit noch nicht absehbaren Folgen befürchtet wurde.

Eisabbruch am Grand Combin (Wallis) 2022
Eisabbruch am Allalinhorn (Wallis) 2023
Gletschergefahren
Der Gipfel des Kleinen Nesthorns ist als Folge der zahlreichen Felsstürze an seiner Nordostflanke zerbröckelt. Die Gipfelregion in ihrer bisher üblichen Form gibt es nicht mehr.

Die Strasse in den hinteren Teil des Lötschentals wurde ab Wiler für den Verkehr vollständig gesperrt. Das Gebiet wurde zu einer Gefahrenzone erklärt, in welcher sich keine Menschen aufhalten durften. Von einem Tag auf den anderen wurde das Hotel Fafleralp, welches etwas erhöht im östlich von Blatten liegt,vom Zugangsverkehr und damit von seinen Gästen abgeschnitten.

Am 28. Mai 2025 kurz vor halb vier Uhr am Nachmittag kollabierte der Birchgletscher. Rund 9 Millionen Kubikmeter Eis-, Fels- und Geröllmaterial sowie Schlammmassen donnernd von einer Staubwolke verhüllt und von einem unheilvollen Rumpeln begleitet hinunter ins Tal. Eine Viertelstunde später war das Dorf Blatten zu über 90% zerstört.

Nach Angaben der Behörden bestand die Gesteinslawine vom 28. Mai 2025 aus rund 6 Mio. m3 Fels- und Schuttmaterial sowie rund 3 Mio. m3 Eis. Der Schuttkegel hatte unten im Tal eine Mächtigkeit von bis zu 100 m.

Trotz aller Um- und Weitsicht der Behörden forderte der Gletscherabbruch ein Todesopfer. Ein Besitzer einer Schafherde kam bei diesem Ereignis ums Leben. Der Mann war auf dem Weg zu seinen Tieren, als ihn die Gesteinsmassen erreichten und zudeckten.

28. Mai 2025: Die Geröll- und Felsmassen eines Gletscherabbruchs decken den Grossteil des Dorfes Blatten im Walliser Lötschental zu und unterbrechen die Strassenverbindung auf die Fafleralp.
Weitere Informationen: www.loetschental.ch
Massenbewegungen am Doldenhorn bei Kandersteg BE
Rund 14 km nordnordwestlich von Blatten im Lötschental VS befinden sich an der Nordflanke des Doldenhorns im Gebiet «Spitze Stei» (Spitzer Stein) grossflächig Gesteinsmassen mit einem geschätzten Volumen von 18 bis 20 Mio. m3 in Bewegung. Die Behörden der Gemeinde Kandersteg und des Kantons Bern haben das Gebiet um den «Spitze Stei» (ein kleiner Felsturm) zu einer Sperrzone erklärt. Der Zugang in die gesperrte Gefahrenzone ist für unberechtigte Personen verboten. Das Areal wird mit Bewegungssensoren rund um die Uhr lückenlos überwacht. Die Gemeindebehörden orientieren die Bevölkerung laufend über die Gefahrenlage am Berg.
weitere Informationen Gefahrenzone am Doldenhorn bei Kandersteg BE
Kanton Wallis
Lötschberg-Basistunnel
Gletscher im Kanton Wallis VIDEOS
Gletscher im Kanton Wallis BILDER
Rutschung in der Region Aletsch
Massenbewegungen Felsstürze im Hochgebirge
Bergsturz Ein Bergsturz ist eine Massenbewegung von Felsblöcken, Geröll und Schutt mit einem Volumen von über einer Million m3 Material, das entspricht dem Volumen von 1'000 bis 2'000 Einfamilienhäusern.
Felssturz Von einem Felssturz spricht man, wenn sich Felsblöcke, Geröll und Schutt mit einem Volumen von mehr als 100m3 und weniger einer Million m3 talwärts bewegen, das ist vergleichweise das Fassungsvermögen von 500 bis 600 Badewannen.
Blockschlag Blockschlag entsteht, wenn grössere Felsbrocken bzw. Felsblöcke niedergehen.
Steinschlag Ein Steinschlag ist ein Sturzprozess, bei welchem sich kleinere Mengen von Fels-, Schutt- und Steinmaterial, oft sogar nur einzelne Steine ins Tal stürzen. Grössere Steinschlagereignisse können u.a. Verkehrsverbindungen und Wanderwege kurzzeitig blockieren.
Murgang oder Rüfe Murgänge sind eine Mischung aus Hochwasser, Erdrutsch und Felssturz. Murgänge oder Rüfen sind «Gerölllawinen».
Hangrutsch Von einer Hangrutschung spricht man, wenn festes Material wie Fels und Gestein auf einer festen Unterlage talwärts gleitet. Das kann ein jahrhundertelanger Prozess sein, kann aber auch spontan und schnell ablaufen
Quelle: WSL

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Massenbewegungen in der Schweiz
Massenbewegung Grundtypen
Bergsturz am Pizzo Cengalo im Bergell/Bregaglia (GR)
Brienz/Brinzauls (Graubünden) Bedrohtes Dorf in der Bergsturzzone
Bergsturz am Piz Scerscen (Graubünden)
Erdrutsch in Schwanden: Wagenrunse
Kanton Graubünden-Schweiz: Hangbewegungen
Alpentransit Gotthard-Route gefährdete Verkehrsachse
Gefährdete Verkehrswege Urnersee
Gefährdete Verkehrswege Grimselstrasse
Naturgefahren in der Schweiz
Massenbewegungen in Asien
Pakistan Bergsturz bis auf den Talboden mit aufgestautem See
Nepal Bergsturz bis auf den Talboden
Nepal Ausbrüche von Gletscherseen
Naturgefahren Warnungen
Naturgefahren - Gefahrenschutz Warnungen
Naturgefahren Gefahrenstufen des Bundes
Informationen über den Kanton Wallis
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RAOnline Schweiz
Der Kanton Wallis bei RAOnline
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Externe Links
Kanton Wallis
Swisstopo
Schweizerischer Erdbebendienst an der ETH Zürich (SED)
Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport
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